Gedenken an Holocaust-Opfer: Mahnwache und Stolpersteintour

Am Montag ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Aus diesem Anlass finden in Plauen mehrere Veranstaltungen statt.

Plauen.

Nils Rogahn, Finn Schuster und Maximilian Lang vom Beruflichen Schulzentrum Anne Frank laden am Montag ab 15 Uhr zu einer rund vier Kilometer langen Stolpersteintour ein. Sie verläuft vom Löwelplatz über die Theater- und Dobenaustraße, Schießberg, West-, Reichs-, Bahnhof-, Stresemann- und Eugen-Fritsch-Straße, Annenstraße, am Oberen Bahnhof vorbei über die Pausaer Straße bis zum Wartburgplatz in Haselbrunn. Anlass ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Die 17-jährigen Schüler wollen während der Tour an die Schicksale von Plauener Juden in der Zeit des Dritten Reiches erinnern.

Die Jugendlichen sind seit vorigem Jahr Mitglieder des Runden Tisches für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtlandkreis und sie sind ausgebildete Peer Guides. Sie haben bei einer Ausstellung im Vorjahr an ihrer Bildungseinrichtung über Anne Frank den zu Besuch kommenden Schulklassen die geschichtlichen Hintergründe des deutsch-jüdischen Mädchens nähergebracht, das 1945 der Verfolgung durch die deutschen Nazis zum Opfer fiel. Zusammen mit dem Runden Tisch treten die jungen Leute am Montag nach dem etwa zweistündigen Gang durch Plauen auch am Wartburgplatz in Aktion. Dort beginnt 16.30 Uhr eine Mahnwache.

"Wir haben den Wartburgplatz für diese Mahnwache zum Gedenktag bewusst ausgewählt", macht Ulrike Liebscher aufmerksam. Die Koordinatorin des Zusammenschlusses von Vereinen, Institutionen und Bürgern hat die Veranstaltung am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus auf die Beine gestellt. Weil die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Kleinstpartei Der III. Weg im Vorjahr auf dieser Fläche ihre bundesweit für Entsetzen sorgende Kundgebung abgehalten und von dort einen Aufmarsch durch Plauen gestartet hat, habe man sich für den Ort entschieden.

Während der einstündigen Mahnwache bis 17.30 Uhr sprechen die Schauspieler Jörg Simmat und Alexander Bräutigam mehrere Texte zum Thema. Mit Lesungen, Redebeiträgen, der Nennung von Vernichtungslagern der deutschen Nazis und musikalischer Begleitung soll die Mahnwache in würdiger Art und Weise abgehalten werden. "Die Veranstaltung soll still und zurückhaltend sein", betont Liebscher. Die Menschen können Kerzen mitbringen. Nach der Mahnwache unter dem Motto "Nie wieder Nationaler Sozialismus" besteht ab 18 Uhr im wenige Meter entfernten Gebäude der Matthäusgemeinde an der Fritz-Reuter-Straße 3 die Gelegenheit zu einem Friedensgebet. Die Formulierung "Nationaler Sozialismus" wurde gewählt, weil die Teilnehmer des Aufmarsches vom III. Weg im Vorjahr diese Formel skandiert hatten.

Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gibt es am Montag in Plauen weitere Veranstaltungen. So findet 15.30 Uhr auf dem Hauptfriedhof eine Stille Kranzniederlegung statt. In Vertretung des Oberbürgermeisters Ralf Oberdorfer nehmen daran die Bürgermeister Levente Sárközy und Steffen Zenner teil.

Die Linksjugend Vogtland ruft in der Plauener Innenstadt zum Gedenken auf und lädt am Montag für 15 Uhr zu einer Informationsveranstaltung vor dem Plauener Landratsamt ein. Mit dabei ist die sächsische Landtagsabgeordnete der Linken, Anna Gorskih. Der Montag ist zugleich der 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee. Alle öffentlichen Gebäude der Stadt Plauen sind am Montag auf Halbmast geflaggt.

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