Geschichten entlang des Kolonnenweges

Mario Goldstein wanderte 1400 Kilometer entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Nun erschien sein Buch "Abenteuer Grünes Band". Am Samstag wurde es erstmals in Plauen präsentiert.

Plauen.

Selbstschuss-Anlagen, Tretminen, Stacheldraht und Grenzsoldaten mit Maschinengewehren im Anschlag. Im Todesstreifen durften sich nur die Flora und Fauna unbehelligt ausbreiten. Mario Goldstein hat das gnadenlose DDR-Grenzregime bei einem gescheiterten Fluchtversuch am eigenen Leib zu spüren bekommen. Erst viele Jahre nach dem Fall der Mauer arbeitete er die verdrängten Erlebnisse auf. In zwei Etappen wanderte der Freiträumer 1400 Kilometer entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze von Thüringen bis zur Ostsee. Im Handel erschien nun sein Buch "Abenteuer Grünes Band". Am Samstag wurde es in der Buchhandlung Thalia erstmals präsentiert. Wer wollte, konnte mit dem Autor am Sonderstand in der Stadt-Galerie ins Gespräch kommen.

Hastige Schritte, knackende Geräusche im Wald und dann fielen Schüsse. Mit dieser dramatischen Filmsequenz begann Goldsteins etwa 20-minütige Multivisions-Show im Eingangsbereich der Buchhandlung. Einige Passanten blieben spontan stehen. Rückblickend erzählte der Abenteurer, was er während der 100 Tage auf dem einstigen Kolonnenweg der Grenzer erlebte. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und der Wunsch nach Versöhnung mit denjenigen, die ihn damals aufhielten, als er kriechend auf dem Todesstreifen die letzten Drähte auf dem Weg in die Freiheit zertrennen wollte, haben ihn angetrieben.

Auf fast 300 Seiten kann das gesamte Abenteuer nachgelesen werden. Das mit 6000 Exemplaren aufgelegte Buch lebt auch von vielen eindrucksvollen Bildern. Der Leser begegnet Relikten aus dem Kalten Krieg und zauberhafter Natur, die das Grüne Band so einmalig machen. Der Wanderer aus dem Vogtland begegnete Menschen, die sich heute in besonderer Weise mit dieser Landschaft verbunden fühlen. Das Treffen mit einem früheren Grenzsoldaten zeigt, wie lang das Geschehen von damals in den Köpfen nachwirkt.

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