Gewerbeflächen-Verkauf brummt: Auch Firma Knörzer expandiert

In Plauens sieben Industriegebieten geht's voran. Das macht sich auch im Stadtsäckel bemerkbar: Allein 2016 haben veräußerte Flächen rund 700.000 Euro eingebracht.

Plauen.

Sie sind ziemlich klein oder ganz schön groß, haben meist eine stahlgraue Farbe, entsprechen Normwerten oder sind als Sonderanfertigung in x-verschiedenen Varianten erhältlich. Sie könnten sogar "konisch eingerollt" sein - zum Beispiel. Aber in jedem Fall entsprechen die oft elastischen und metallenen Bauteile, die das Unternehmen Federntechnik Knörzer herstellt, einem hohen Qualitätsstandard.

Dieses Niveau wird von Kunden weltweit geschätzt. Offenbar so sehr, dass der Betrieb mit Stammsitz im baden-württembergischen Pfullingen sein erst 2013 errichtetes Werk im Plauener Gewerbegebiet Neuensalz-Süd nun erweitern will. Geplant sei ein 1,2-Millionen-Euro-Anbau an die bestehende Halle, wie Wirtschaftsförderer Eckhard Sorger jetzt bekanntgegeben hat. Die Firma Knörzer wolle ebenfalls in neue Maschinen investieren.

Auch in den anderen sechs Industriegebieten - in Neuensalz-Nord, Oberlosa, Reißig, der Zadera, dem Mischgebiet Gut Reusa und der Schöpsdrehe - brummt es laut Sorger. Im jüngsten Wirtschaftsförderungsausschuss hatte er über den Vermarktungsstand informiert. Demnach seien fast 88 Prozent der kommunalen Flächen verkauft. Das entspricht 107 angesiedelten Unternehmen, denen aktuell elf Freiflächen gegenüberstehen. Dafür gäbe es jedoch bereits mehrere Reservierungen, freut sich Sorger. Er sieht die Entwicklung positiv: "Es werden weiterhin dringend Flächen in Autobahnnähe benötigt", sagt der Verwaltungsmann. Deshalb werde in Oberlosa gerade für rund zehn Millionen Euro, mehr als zwei Drittel davon sind Fördermittel, ein zusätzliches Gewerbegebiet erschlossen. Das Areal soll sich Oberlosa 1 nennen. Es wird ebenso wie Oberlosa 2a an der Auffahrt Plauen-Süd der A 72 liegen .

Und mit Plauen-Kauschwitz hat die Stadt noch eine weitere Gewerbeansiedlung im Visier. Dort geht es allerdings um die Nähe zur A9 sowie um die elektrifizierte Eisenbahnstrecke, die Dresden mit Hof verbindet, die Sachsen-Franken-Magistrale. Man sei zuversichtlich, dass sich ein größerer Betrieb im Norden Plauens niederlasse, so Sorger.

Seinen Worten zufolge hätten veräußerte Industrieflächen der Spitzenstadt im Vorjahr Einnahmen von etwa 700.000 Euro eingebracht. Man habe an folgende Unternehmen verkauft: Boysen (Abgassysteme), VCM (Werkzeugmaschinenherstellung), Dietzsch (Baumaschinenausrüstung), Kalenderfabrik Plauen, Heinrich Karow (Aromenherstellung). Allein dieses 2016 verkaufte Gebiet umfasst insgesamt mehr als sechs Hektar. Zur besseren Veranschaulichung: Das sind knapp sechs Fußballfelder.

Bei der Vorstellung seines Gewerbeflächenreports erhielt Sorger viel Zustimmung. Bauchschmerzen bereitete einigen Stadträten dennoch ein Thema: Es handele sich vor allem um Produktionshallen, kaum um Verwaltung und nicht um Forschung, äußerte sich Frank-Michael Zabel (SPD). Außerdem seinen viele der Betriebe anhängig von den Automobilfirmen. "Wenn die anfangen zu husten, bekommen wir hier eine schwere Erkältung", mahnte Zabel.

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