Globus investiert Millionen: Startschuss für gläserne Bäckerei

Die Kunden schauen den Bäckern bei der Arbeit zu. Die Technik hilft beim Handwerk, doch sie stellt alle Beteiligten auch vor neue Herausforderungen.

Weischlitz.

Als sie am Montagmorgen in den Weischlitzer Globus-Markt strömten, stutzten viele Kunden. Nach mehrmonatiger Bauzeit war die Plane im Bereich des in die untere Etage führenden Rollsteiges verschwunden. Stattdessen geben jetzt neu eingebaute großflächige Fenster den Blick in die hauseigene Meisterbäckerei frei. Die Kunden können dort den Mitarbeitern bei der Arbeit zusehen und verfolgen, wie Brot, Brötchen, Kuchen und Torten hergestellt werden. Seit August entstanden auf einer 500 Quadratmeter großen Lagerfläche Bäckerei und Konditorei, wie es sie so weit und breit kein zweites Mal gibt. "Wir sind glücklich, dass wir es geschafft haben und heute eröffnen können", sagte Geschäftsleiterin Kitty Fischer.

Chef der 30 Mitarbeiter starken Meisterbäckerei ist Maik Bockentin. Der aus Schwerin stammende Bäckermeister stellt mit zehn Kollegen in Backstube und separater Konditorei rund 250 verschiedene Produkte her. Kalkuliert wird zunächst mit täglich 600 Roggenmisch- und 400 Weizenmischbroten, 6000 einfachen und 2500 Spezialbrötchen. "Mal sehen, wie es sich einpegelt", sagte Maik Bockentin bei einer Führung durch die Räume. 27 Brot- und 18 Brötchensorten hat seine Mannschaft drauf. Dazu kommen diverse Kuchen und 40 verschiedene Sahnetorten. Besondere Spezialität: "Torte to go", eine geschichtete Sahnetorte für unterwegs, die aus durchsichtigen Bechern gelöffelt wird.

Um diese Vielfalt in erheblichen Mengen und handwerklicher Qualität zu stemmen, ist die Bäckerei mit modernster Technik ausgestattet. Zwei Silos fassen jeweils fünf Tonnen Roggen- und Weizenmehl, das über ein 53 Meter langes Druckleitungssystem in die Backstube gelangt. Computergesteuerte Technik hilft den Bäckern, die Mischungen und Mengen hinzubekommen.

Erstmals beauftragte das Globus-Management im saarländischen St. Wendel Planer vor Ort. Das und auch die Zusammenarbeit mit den Handwerksbetrieben habe in Weischlitz bestens funktioniert, lobte Globus-Chefin Fischer.

Roger Neumann vom Plauener Architekturbüro Neumann sprach von einem "ungewöhnlichen Projekt" mit besonderen Herausforderungen. Die vier Backöfen bei Globus wiegen zusammen 12 Tonnen und mussten, um die freie Sicht nicht zu verbauen, nebeneinander platziert werden. Im ersten Stock, wohlgemerkt. Denn direkt unter den Kolossen ist das Untergeschoss des Globus-Marktes. Die Statiker tüftelten lange, um die optimalen Positionen zu finden, wie Architektin Nadine Bronsert berichtete.

Mit Fertigstellung der Bäckerei ist der erste Bauabschnitt abgeschlossen. Auch die Stände für Fisch und Käse wurden erneuert. Die Globus-Kette hat 2018 drei Millionen Euro in den Standort investiert, wie Kitty Fischer erklärte. Der zweite Bauabschnitt soll 2019 folgen und neben einer Auffrischung der Ladenpassage und einem neu geplanten Eingang insbesondere den Gastronomiebereich vergrößern und aufwerten. Mit der Bäckerei stieg die Mitarbeiterzahl auf 320 an. Insgesamt sind im Vogtlandcenter rund 500 Menschen beschäftigt.

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