Glück von Colins Familie hängt am Auto

Mit rund 60 Kilogramm ist der Plauener Jugendliche kein Leichtgewicht. Seine Eltern müssen ihn aber oft tragen. "Freie Presse"- Leser können helfen - mit Geldspenden.

Plauen.

Das größte Problem ist die unpraktische Tür des alten Renault Megane: "Sie geht leider nicht weit genug auf", bedauert Frank Horn (49). Ihren Sohn Colin müssen er und Mutti Michaela Clemet (37) deshalb immer irgendwie reinbugsieren in die Limousine. Colin kann dabei nicht behilflich sein, denn er ist schwerstmehrfachbehindert.

"Freie Presse"-Leser könnten der Familie, die ihr geringes Einkommen mit Hartz IV aufstocken muss, mit Spendengeldern helfen. Denn die Plauener brauchen dringend ein anderes Fahrzeug, am besten einen Kombi mit extragroßen Schiebetüren. Colin sitzt zum Großteil im Rollstuhl. Der muss immer mit, wenn die Familie unterwegs ist. "In den Kofferraum unseres derzeitigen Autos passt das Gefährt aber nur mit Müh und Not rein", sagt Papa Frank.

 

Wenn die Eltern den 60 Kilo schweren Sohn ins Auto hinein hieven müssen, sei das für alle Beteiligten eine Tortur, schildern sie. Dabei sind sie so gern mit Colin auf Achse im Grünen. Lieblingsorte sind zum Beispiel die Ufer der Talsperre Pöhl und der Plauener Stadtpark.

Aber die Plagerei fängt bereits vorm eigentlichen Ausflug an, weil die Familie in der ersten Etage eines Mehrfamilienhauses wohnt. "Vielleicht ziehen wir irgendwann auch einmal um, das ist dann unser nächstes Großprojekt", sagt Mama Michaela. Sie lächelt dabei, denn sie hat in den 15 Jahren mit ihrem Sorgenkind gelernt, den meist schwierigen Alltag zu meistern. Sie, ihr Partner und Colin als Dritter im Bunde sind ein gutes Team. Für Besucher wird schnell klar, dass eine gewisse Routine im Spiel ist.

Doch manche Hürden sind trotzdem kaum zu überwinden mit einem Kind, das sich nur eingeschränkt bewegen kann. Prinzipiell ist es Colin möglich, ein paar unbeholfene Schritte zu machen. Doch er hat nicht immer Lust dazu. Sein geistiger Entwicklungsstand entspricht dem eines Einjährigen. Sein Körper ist der eines jungen Mannes. Er ist alles andere als ein Leichtgewicht, wenn man bedenkt, dass er vor allem durchs Leben getragen werden muss.

 

Colin leidet seit dem Säuglingsalter unter einer extremen Form der Epilepsie. Am Tag hat er mehrere Krampfanfälle, die sich oft durch kurze sogenannte Abstanzen ankündigen. Er ist dann abwesend - noch mehr als sonst. Seine Eltern spüren mittlerweile, wenn sich wieder ein Anfall nähert. "Früher war Colin hinterher total fertig und orientierungslos, jetzt nimmt er stärkere Medikamente", erklärt die Mutter. Und sie erinnert sich an die starken Muskeln, die ihr Sohn zeitweise bekam, weil er so sehr gegen die Krämpfe ankämpfte. Was mit ihm vorgeht, das weiß der Jugendliche freilich nicht.

Colin besucht die Carolinenschule der Diakonie in Greiz, an der geistig behinderte Kinder gefördert werden. Dorthin bringt ihn täglich ein Taxi. Und seine Mutter Michaela begleitet ihn.

Service Wenn Sie Colin und seiner Familie helfen wollen, können Sie über den Verein "Leser helfen" spenden. IBAN: DE 4787 0962 140 22 44 22 44 0. Betreff: Spendenprojekt "Colin". Alle Informationen zu den diesjährigen "Leser helfen"-Projekten und zum Spenden finden Sie in unserem Online-Spezial. Geldüberweisungen sind auch über das Internet hier möglich: www.freiepresse.de/spende-colin

Alle Informationen zur "Leser helfen"-Aktion finden Sie in unserem Spezial: www.freiepresse.de/leserhelfen

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