Gravierende Baumängel im Hofer Interims-Theater

In der Schaustelle sollte sich am heutigen Samstag der Vorhang zu einer Brecht-Premiere heben. Die Untere Bauaufsichtsbehörde hat das untersagt.

Hof.

Im Hofer Theater haben Bauleute Einzug gehalten, um das Haus zu sanieren. Der Spielbetrieb sollte trotzdem weiter gehen. Neben dem Theater wurde die "Schaustelle" als Interimsspielstätte errichtet. Doch es gibt dort Probleme mit der Betriebssicherheit, wie die Stadt Hof informiert. Aus diesem Grund findet die für den heutigen Samstag geplante Premiere von Bertolt Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder" nicht statt.

Das Bauordnungsamt sieht gravierende Mängel bei der kombinierten Heiz- und Lüftungsanlage. Deshalb könne die Schaustelle an diesem Wochenende nicht in Betrieb gehen. Laut Behörde verhindert die Anlage nicht, dass die ausgestoßenen Verbrennungsgase der Heizgebläseeinrichtungen wieder angesaugt und in den Innenraum des Theaters eingeblasen werden. "Damit werden Sicherheit und Gesundheit der Besucher möglicherweise gefährdet", sagte Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD) und betonte: "Das können wir nicht dulden. Hier gibt es keinerlei Ermessensspielraum."

Kritik gibt es an der Arbeit des beauftragten Generalunternehmers. Unter anderem seien teilweise andere Bauteile eingebaut worden, als vom Fachplanungsbüro vorgegeben. "Auch Behelfslösungen wären bei diesem Provisorium nicht mehr möglich gewesen, um den Premierentermin zu retten", erläuterte Stephan Gleim, Baureferent der Stadt Hof. Nach seinen Worten würden sowohl ein Nachweis über die Wirksamkeit der Heiz- und Lüftungsanlage, den die Firma hätte erbringen müssen, als auch eine schriftliche Bestätigung zur Betriebssicherheit der Anlage nicht vorliegen.

Nun werde ein Zeitplan erstellt, um Ersatzvornahmen auf den Weg zu bringen. Die Stadt Hof arbeite derzeit an einer Lösung, damit die Heiz- und Lüftungsanlage sicher ist und ordnungsgemäß funktioniert, und werde andere Dienstleister beauftragen. "Wir rechnen in zirka eineinhalb Wochen mit neuen Erkenntnissen", so Gleim. Wann ausgefallene Vorstellungen nachgeholt werden können, wird von der Theaterleitung noch geprüft. Eva Döhla appellierte an die Zuschauer: "In dieser unbefriedigenden Situation müssen wir zusammenhalten. Bleiben Sie bitte unserem Theater treu."

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