Grenzgebiet hat seine Geschichte zurück

"Grenzenloses Sächsisch- Bayerisches Grenzgebiet" heißt eine Wanderausstellung, die derzeit in Weischlitz zu sehen ist.

Weischlitz.

Orte wie Krebes oder Grobau, die heute zur Gemeinde Weischlitz gehören, waren bis zum Mauerfall ob ihrer Grenznähe nur per Passierschein zu erreichen. Andere Dörfer, die nahe am einstigen Grenzzaun lagen, wurden plattgemacht. Markusgrün, Troschenreuth und Ebersberg zählten dazu. Das erfahren Besucher der Wanderausstellung "Grenzenloses Sächsisch- Bayerisches Grenzgebiet", die bis Dienstag zu den Öffnungszeiten im Weischlitzer Rathaus und vom 7. bis 25. Oktober in der Plauener Jugendherberge zu sehen ist.

Die Geschichtsgruppe der Klasse 10a und 10b aus Weischlitz hat sich in dieser Woche bereits in der Ausstellung umgeschaut. Dabei zeigten sich die jungen Leute beeindruckt vom Gesehenen, auch von der Tatsache, dass Menschen von ihrem Zuhause zwangsausgesiedelt wurden. Luca Keil aus Wiedersberg sagte: "Oberhalb von Triebel lief die Grenze entlang. Mein Opa hat sie mir gezeigt." Auf einer der Bildtafeln in der Ausstellung erkannte der Zehntklässler die Kirche in Triebel, die erst 2018 wieder aufgebaut wurde. Auch darüber hatte ihm sein Opa, der selbst dabei mit half, viel erzählt. Die Thematik der deutsch-deutschen Teilung behandelten die Schüler im Unterricht. "Wir hatten schon eine Projektwoche zu 30 Jahre Mauerfall", berichtete Lehrerin Carmen Dietzel. Dabei wurde von den Zehntklässlern auch ein Film gedreht.

Die Ausstellung, welche das Leben am Eisernen Vorhang während der deutschen Teilung beleuchtet, hatte der Freundes- und Förderkreis des Julius-Mosen-Gymnasiums in Oelsnitz initiiert. Er engagiert sich seit Jahren für die lebendige Vermittlung der Geschichte im sächsischen Vogtland und bezieht Schüler bei dieser Arbeit ein.

Die Schau, die aktuell mit der Großgemeinde Weischlitz ein einziges Mal auf dem Territorium des ehemaligen DDR-Grenzgebietes gezeigt wird, informiert anschaulich von der Gründung der DDR 1949 bis zur ersten großen Demonstration am 9. Oktober 1989 in Plauen. Neben dem "Leben am Eisernen Vorhang" stellt sie Sperreinrichtungen, die Autobahnbrücke bei Pirk, den Grenzbahnhof Gutenfürst und das Grüne Band im Vogtland vor. Heute hat das einstige Grenzgebiet seine Geschichte zurück.

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