Größter Friedhof Westsachsens veranschaulicht ein Kulturerbe

Die Friedhofskultur ist zum immateriellen Kulturerbe erklärt worden. Was der Plauener Hauptfriedhof damit zu tun hat, der am Wochenende zum Tag des Friedhofs einlädt.

Plauen.

Am Haupteingang des Plauener Friedhofes ist für Besucher gut sichtbar ein neues Schild angebracht: "Immaterielles Erbe Friedhofskultur" ist darauf zu lesen. Mit der Auszeichnung der Unesco ist Plauen zusammen mit 130 weiteren Städten in das bundesweite Verzeichnis der Friedhofskultur aufgenommen worden. Zum Tag des Friedhofes, der dieses Wochenende begangen wird, wird auf die Bedeutung der Friedhofskultur in der Spitzenstadt aufmerksam gemacht.

Für Friedhofsleiter Steffen Fröbisch ist die Ernennung zum immateriellen Kulturerbe ein wichtiges Signal: "Der Friedhof ist nicht nur ein Ort der Toten, vielmehr ein Ort der Begegnung." Auf dem 28 Hektar großen Wald- und Parkfriedhof werden laut Fröbisch rund 7500 Grabstellen gepflegt. "Es ist der größte Friedhof in Westsachsen." Ziel sei es, den Wert der Friedhofskultur ins Bewusstsein der Menschen zu tragen. "Sie ist ein Spiegel unserer Gesellschaft."

Regelmäßig angebotene Führungen für alle Altersgruppen sowie Seniorentreffs stehen für Lebendigkeit an einem über 100 Jahre gewachsenen Ort des Trauerns und Erinnerns. Der Leiter verweist auf Denkmäler und Skulpturen im weitläufigen Gelände: "Der gesamte Friedhof steht unter Denkmalschutz." Das Areal mit vergleicht er mit einem Geschichtsbuch.

In Plauen werde man auch künftig Bestattungsformen anbieten, die den Wünschen der Menschen entsprechen, versichert Fröbisch. Dazu gehören naturnah gestaltete und pflegefreie Grabformen sowie kleine Gärten der Erinnerung. Mit der Ernennung des Friedhofes als Kulturerbe wolle man Tendenzen wie sogenannten Naturbestattungen außerhalb des Friedhofes und der Abkehr von traditionellen Trauerritualen entgegenwirken.

Führende Verbände hatten sich für die Ernennung stark gemacht. Als Mitglied im Bund Deutscher Friedhofsgärtner unterstützt Steffen Packmohr die Initiative. Der 57-jährige Fachmann für Gartenbau- und Landschaftsgestaltung hat im Eingangsgebäude des Hauptfriedhofes sein Firmenbüro: "Ich finde es wichtig, dass die über Jahrhunderte gewachsene Bestattungskultur erhalten bleibt", sagt er. Seit Anfang der 1990-er Jahre pflegt er mit seinen Mitarbeitern zahlreiche Gräber auf dem Hauptfriedhof. Zu Kunden gehören Personen, die außerhalb von Plauen wohnen und kaum Zeit für die Grabpflege haben.

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