Großbaustelle am Topfmarkt: Für manche mehr als nur Dreck

Die in den letzten Zügen liegende Sanierung am Alten Teich lässt Anlieger stöhnen. Aber nicht alle meckern, auch wenn eine Nachbarin zur Zwangspause verurteilt war.

Plauen.

Der Topfmarkt nebst Seitenstraßen ist mit Baumaschinen und Werkzeuggeräten verstopft. Seit Mitte Juni geht das so. Das Ende der Welt für die Anlieger bedeutet das trotzdem nicht, auch wenn der Zugang über die Baustraße manchmal schon erschwert ist, wie Ute Gotter vom Malzhaus sagt.

Die Fahrer der Tourbusse, wie vor einer Woche von Tito & Tarantula, brauchen da eine Menge Geschick. Ob die erschwerte Zufahrt etwa bei den Open-Air-Konzerten in diesem Sommer dem Malzhaus weniger Besucher bescherten, kann Gotter nicht pauschal sagen. "Wir hoffen natürlich, dass unser Publikum sich nicht abschrecken lässt", ergänzt Malzhaus-Mitarbeiter Tommy Ziegenhagen. Den Gästen empfehle er, nicht mit dem Auto zu kommen. Denn auch mit dem Parken sieht's gerade nicht rosig aus.

Das bestätigt Kati Meybohm, Inhaberin der Werbeagentur Unico am Johanniskirchplatz gleich nebenan: "Die Leute stellen ihre Fahrzeuge wild und eng ab." Aber sie wolle sich gar nicht beschweren, sie sehe die Großbaustelle überwiegendpositiv: "Da müssen wir durch, damit's hier bald wieder schön ist", sagt die Unternehmerin - trotz Lärm und Dreck. Man könne zum Beispiel kein Fenster öffnen, sagt Meybohm. Die Kunden störe es aber nicht.

Direkt neben dem Topfmarkt, am Altmarkt, wohnt Ilona Gogsch, Ex-Umweltamtschefin im Rathaus. Sie wird aus einem privaten Grund wohl stets an die Erneuerung des Areals denken. Gogsch liebt es, zu Fuß zu gehen. Manchmal braucht sie aber ihr Auto. Ein kleines blaues. Das saß jetzt wochenlang im Hof fest, die Ausfahrt auf den Topfmarkt war nicht möglich. "Aber ich war selbst Schuld", erzählt Gogsch. Sie sei rechtzeitig informiert und gebeten worden, das Fahrzeug umzuparken. Jedoch habe sie das versäumt, weil sie drei Wochen nicht zu Hause war. Die dadurch quasi autolos gewordene Plauenerin kann inzwischen darüber lachen: "Eigentlich war die Zwangspause sehr gesund." Der Auto-Batterie hat sie nicht geschadet. Vor ein paar Tagen war sie wieder mit dem Auto unterwegs. Erster Stopp: Waschanlage.

Die Arbeiten seien bald fertig, informiert Tiefbau-Fachgebietsleiter Steffen Ullmann. Ende September soll es soweit sein. "Im Wesentlichen sind jetzt noch Pflasterarbeiten zu erbringen", sagt der Rathausmann. Auch die Straßenbeleuchtung steht noch auf dem Zettel. Die Grünfläche an der Kirchstraße soll im Oktober bepflanzt werden. Die Kosten einschließlich Planung belaufen sich laut Stadtverwaltung auf rund 191.000 Euro.

Was aus dem markanten, aber abrissreifen Gebäude am Topfmarkt 11 wird, steht noch in den Sternen.

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