Große Nachfrage nach Ventilatoren

Im Plauener Handel derzeit ein Luftkühlungsgerät zu ergattern, ist fast unmöglich. Viele Geschäfte melden: ausverkauft. Für die Lieferengpässe gibt es mehrere Gründe.

Plauen.

Der Plauener Mediamarkt-Geschäftsführer Carsten Schreiber hat Mitte der vergangenen Woche die letzten Ventilatoren verkauft. "Die Hitzewelle hat den Handel überrascht", sagt er. Für eine so lang anhaltende Periode mit hohen Temperaturen seien nicht genügend Exemplare geordert worden. Auch der Plauener Medimax-Marktleiter Mario Junge wurde von der großen Nachfrage überrannt: "Dass so schnell alles ausverkauft war und wir keine Geräte mehr anbieten können, haben wir noch nie gehabt", erzählt er.

Die Bestellung der Klimageräte und Ventilatoren beginnt bereits im Winter und damit in einer Zeit, in der niemand vorhersagen kann, wie das Wetter im Sommer wird. Deshalb lägen die georderten Stückzahlen bei ihm auf Vorjahresniveau, erklärt EP-Inhaber Heiko Wolfram. Dank eines "recht großen Altbestandes" konnte er in diesem Jahr aber sein Angebot fast verdoppeln.

Die zeitige Order habe für den Verbraucher einen entscheidenden Vorteil: "Dadurch ist es für uns möglich, die Klimageräte zu einem attraktiven Preis anzubieten", so der Medimax-Marktleiter. Den großen Nachteil dieser Methode bekommen nun all diejenigen zu spüren, die bei den derzeitigen tropischen Temperaturen spontan einen Ventilator kaufen wollen und dann den Hinweis erhalten, dass teilweise erst Mitte September mit Lieferungen zu rechnen ist. Der Grund: "Die Nachbestellungen sind äußerst schwierig, da die meisten Klimageräte in China oder Indonesien produziert und von dort aus nach Deutschland transportiert werden müssen, was eine gewisse Zeit dauert", berichtet Heiko Wolfram, der das Hauptproblem bei der Industrie sieht, die nur eine gewisse Stückzahl produziere.

Gleichzeitig hat der Handel das Problem, dass Ventilatoren Saisongeräte sind, deren Verkauf vom Wetter abhängig ist. Diese Ware lässt sich deshalb besonders schwer disponieren. Das Risiko ist hoch, dass man bei einer Bestellung von zu großen Stückzahlen bei kühlen Sommern auf den Klimageräten sitzen bleibt. Es könne sich keiner mehr leisten, die Ware massenhaft zu lagern, meint Wolfram.

"Auch der Toom-Baumarkt spürt derzeit unter anderem eine verstärkte Nachfrage nach Produkten, die Abkühlung bringen", teilte eine Unternehmenssprecherin mit. Sie bestätigte, dass derzeit nur noch kleine Restbestände vorhanden sind. Für den Markt in Plauen werde sich aktuell um Nachschub bemüht.

Dennoch wolle man sich in der Zukunft auf solche Hitzeperioden besser vorbereiten, die Lehren daraus ziehen und neue Konzepte mit ständiger Liefermöglichkeit erarbeiten, um dem ganzen Rechnung zu tragen, versicherte Mario Junge von Medimax.

Alternative Luftkühltechniken gebe es derzeit kaum, nur mobile Klimageräte, die nach dem Kühlschrank-Prinzip funktionieren. Sie können die Raumtemperatur bis zu sieben Grad Celsius senken. "Diese sind jedoch nur als eine Art Provisorium zu betrachten, da man beispielsweise den Schlauch mit der warmen Abluft aus dem geöffneten Fenster führt, weshalb mit Schaumstoffprofilen das Einströmen der heißen Luft von draußen unterbunden werden muss", sagt Bauhaus-Marktleiter Erik Heerwagen, der zu Wochenbeginn nur noch USB-Schreibtischventilatoren sowie Deckenventilatoren anbieten konnte.

Maik Schoner von Expert Teuschler hat für all jene einen simplen Trick parat, wie auch ohne Klimagerät Räume gekühlt werden können: Man nimmt ein feuchtes Bettlaken, hängt es ans Fenster und durch die Verdunstungskälte wird der Raum zumindest etwas gekühlt.

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