Großes Fest klappt sogar ganz ohne Ruine

Unter dem Motto "Bürger für ihre Burg" lud der Elsterberger Heimatverein von Freitag bis Sonntag zum Schloßwiesenfest ein. Hauptthema war natürlich das alte Gemäuer.

Elsterberg.

Woran so mancher in Elsterberg nicht mehr glaubte, ist wahr geworden. Trotz der laufenden Sanierungsarbeiten an den Mauern der Burgruine stellte der Heimatverein am Wochenende ein Fest auf der Schloßwiese am Elsterufer auf die Beine. Unter dem Motto "Bürger für ihre Burg" machten die Initiatoren aus der Not eine Tugend.

Im März dieses Jahres trafen die Verantwortlichen die Entscheidung, weiß Vorstandsmitglied Felix Michalski. Als Moderator und DJ gab er bereits am Freitagabend zum Auftakt der Schloßwiesen-Party Vollgas auf der Bühne.

Für die vielen Helfer war das Fest am Fuße der Burgruine eine Herausforderung. Ausgehend von einem Stromkasten und dem Wasseranschluss musste alles neu durchdacht werden. Am Ende der Vorbereitungen entstand eine Partyzone mit Bühne, Festzelt und einer separaten Weinklause. "Wir wollten etwas vom gewohnten Charme des Ruinenkellers anbieten", erklärte der frischgebackene Erzieher das Konzept der Sommer-Fete.

Michalski und seine Mitstreiter wissen um die Tradition des Heimat und Ruinenfestes. Es findet alle vier Jahre statt. "Für Elsterberg sind es die Olympischen Spiele." Deshalb wollte man das Fest nicht sang und klanglos abblasen. Das Ganze trug zudem noch Benefizcharakter. Während der drei Tage sammelten die Gastgeber Spenden zugunsten des Elsterberger Wahrzeichens. Allein Bürgermeister Sandro Bauroth (FDP) spendete dem Heimatverein aus seiner eigenen Tasche 400 Euro. Am Samstagnachmittag informierte das Stadtoberhaupt die Besucher über den Stand der Dinge in Sachen Burgruinen-Sanierung. Vom Festgelände aus war ein Teil der eingerüsteten Mauer zu sehen. Aktuell ist das Areal komplett gesperrt. Läuft alles nach Plan, dauern die Sanierungsarbeiten im Abschnitt gegenüber dem Haupteingang des Ruinengeländes laut Bauroth bis Mitte September an. Die geplanten Kosten von 135.000 Euro haben sich inzwischen auf über 180.000 Euro erhöht. "Wir stellen bei der Denkmalbehörde einen Nachförderungsantrag." Die bisher bereitgestellten Mittel stammen zu 85 Prozent aus Fördertöpfen.

Derweil sind weitere Fördermittelanträge für die nächsten Mauerabschnitte gestellt. Bauroth hofft, dass die Arbeiten weiter zügig vorangehen. "Wenn alles klappt, kann es schon im Frühjahr weitergehen." Wann das Areal der Burg für die Öffentlichkeit wieder zugänglich wird, ließ der Elsterberger Rathaus-Chef offen. "Die Sicherheit geht vor." Der gesamte Sanierungs-Prozess soll 2021 abgeschlossen sein.

Die Burgruine findet sich auch in der neuen Ehrennadel der Stadt wieder. Bauroth stellte das aus Gold gefertigte Ehrenzeichen den Besuchern des Familiennachmittags kurz vor. Zu sehen ist das Abbild eines Turmes - es handelt sich um die Heimatstube des Vereins. In die Turm-Tür glänzt ein hochwertig bearbeiteter Zirkon. Insgesamt wurden drei der 15 Gramm wiegenden Nadeln im Wert von je 1260 Euro gefertigt.

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