Grünbacher Firma schneidert Textilien für Kreuzfahrtschiffe

Die Pejaco-Mitarbeiter sorgen auf den Booten für ein wohnliches Flair. Die Firma ist in vielen Bereichen aktiv. Dazu gehört auch die Forschung.

Grünbach.

45 Kreuzfahrtschiffe des Reiseveranstalters Viking hat die Grünbacher Firma Pejaco in den vergangenen Jahren mit Raumtextilien ausgestattet. Das Spektrum reicht von Wandbespannungen über textile Raumteiler bis Gardinen aller Art. "Zuerst zwölf Schiffe pro Jahr. 2015 waren es sechs und für dieses Jahr sind bis jetzt zwei geplant", sagt Vertriebsleiterin Regina Pahrmann.

Die Firma Pejaco mit derzeit zehn Beschäftigten ist in mehreren Geschäftsfeldern aktiv. Als Großhändler bietet sie dem Fachhandel in ihrem Auftrag in Deutschland produzierte Textilien an. Die Konfektion verarbeitet Textilien zu "allen möglichen Varianten von textilen Dekorationen", sagt die Vertriebsleiterin. Neben Schiffen werden Gebäude ausgestattet. Ein Beispiel ist das Hotel "Ambassador" im schweizerischen Bern. Die Kunden für die Lohnkonfektion kommen hauptsächlich aus Deutschland und dem deutschsprachigen Raum. Hergestellt werden auch Digitaldruck-Panels. 40 Motive hat die Firma zur Auswahl. Dazu gehören der Eifelturm und ein Druck von einem Sonnenuntergang.


Vor allem Vogtländer möchte Pejaco mit dem Betriebsverkauf erreichen. Der ist in einen hinteren Teil des Gebäudes an der Muldenberger Straße umgezogen. Die Kunden können unter 180 vorrätigen Stoffen wählen. "Wir verarbeiten aber auch Material, das die Kunden mitbringen." Gefragt sind derzeit moderne Muster. Als ein Beispiel fällt der Begriff "Ausbrenner". Dabei handelt es sich um ein Material, bei dem ein Teil des Gewebes durch eine Ätzpaste beseitigt wird. Dadurch entsteht der Effekt des Ausbrennens. "Auch ältere Menschen wollen moderne Muster und nicht unbedingt Stoffe mit Blumen."

Pejaco ist am Netzwerk Raumcontex beteiligt, das die Firma Luvo Impex aus Oelsnitz koordiniert. "Wir unterstützen kleine und mittelständische Unternehmen dabei, Forschungsprojekte auf den Weg zu bringen", sagt die Oelsnitzer Netzwerkmanagerin Steffi Volland. An Raumcontex sind 14 Firmen und fünf Forschungseinrichtungen aus mehreren Bundesländern beteiligt.

Ein Ergebnis der Netzwerkarbeit ist nach den Worten der Vertriebsleiterin ein Abstandsgewirke, das man in Saunen oder als Sitzauflage nutzen kann. Dabei handelt es sich um ein gitterartiges Gewebe, das doppelt genäht werden kann. Ein anderes Einsatzgebiet: Auflagen für Liegestühle. Regina Pahrmann: "Das Material trocknet schnell. Bei Sonne und leichtem Wind in einer halben Stunde." Das hat für Gaststätten den Vorteil, dass die Auflagen abends nicht eingesammelt und morgens wieder ausgelegt werden müssen. "Gastronomen aus Österreich und der Schweiz haben verstanden, wie viel Zeit sie dadurch sparen können." Nur in Deutschland seien die Kunden zurückhaltender.

Regina Pahrmann führt die Firma mit ihrem Mann Axel in zweiter Generation. Sie hat Textilberufe von der Pike auf gelernt: Als Facharbeiterin für Textiltechnik hat sie zu DDR-Zeiten begonnen. Es folgte ein Fernstudium zum Textilingenieur. Bevor sie im 1984 von ihrem Vater Johannes Jacob gegründeten Betrieb zu arbeiten anfing, hat sie noch ein Jahr bei der Plauener Gardine in der Forschung und Entwicklung gearbeitet. Eine dritte Familiengeneration wird es nach dem jetzigen Stand nicht geben. "Unsere Kinder arbeiten in anderen Berufen." Deswegen werden sich Regina und Axel Pahrmann irgendwann nach einem Nachfolger umsehen. "Aber bis dahin haben wir noch viel vor", sagt die 52-Jährige.

www.pejaco-gardinenkonfektion.de

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