Grüne fordern mehr Bäume an Straßen

Die Landespartei wirft Behörden vor, für zu wenige Ersatzpflanzen im Vogtland zu sorgen. Stimmt das? Es kommt wohl drauf an, wo man zählt.

Plauen/Dresden.

Der Baumbestand an vogtländischen Bundes- und Staatsstraßen geht dramatisch zurück. So lautet zumindest der Vorwurf der sächsischen Grünen. Die Ursache: Es werden mehr Bäume gefällt als nachgepflanzt. Dies geht aus einer Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage der Partei im Landtag hervor. Laut dieser seien im vergangenen Jahr 417 Straßenbäume an den Staats- und Bundesstraßen im Vogtlandlandkreis gefällt worden, aber lediglich 103 nachgepflanzt. "Das ist ein dramatischer Verlust", kritisiert der Grünen-Abgeordnete Wolfram Günther. "Man muss kein Öko sein, um angesichts der anhaltenden Hitze die Vorteile von Bäumen in Stadt und Land zu erkennen."

Beim sächsischen Wirtschaftsministerium - die Behörde ist im Freistaat unter anderem für Straßenbau zuständig - weist man die Kritik zurück. "Die Neupflanzung von Bäumen an Straßen ist gleich aus mehreren Gründen schwierig", so Ministeriumssprecher Marco Henkel. So sei beispielsweise laut Richtlinie außerhalb von Ortschaften ein Mindestabstand von 7,5Meter zwischen Straße und Bäumen notwendig. Dies diene vor allem der Sicherheit der Autofahrer. Die entsprechenden Flächen links und rechts der Straße befinden sich jedoch meist in Privatbesitz - und die Eigentümer wollten in der Regel keine Bäume auf ihren Grundstücken. Ersatzpflanzungen gebe es dennoch - nur eben nicht an Straßenrändern, sondern durch Feldhecken, Streuobstwiesen und Aufforstungen.

Von dieser Variante hält Bernhard Weisbach wenig. "So richtig toll ist das nicht", sagt Plauens Baumschutzbeauftragter. "An diesen Stellen ist ja jetzt schon Grün, man hat also eine geringe Wertsteigerung. Alleebäume wären da schon viel besser."

Nach Einschätzung des Baumschutzbeauftragten ist das Problem fehlender Straßenbäume im Vogtlandkreis sogar noch gravierender, als es die Grünen ohnehin schon einschätzen. Denn die Partei habe gegenüber der Landesregierung nur nach Staats- und Bundesstraßen gefragt. Weisbach: "An kommunalen Straßen sieht es aber auch nicht besser aus."

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