Helfer in der Not seit 150 Jahren in Plauen aktiv

1869 ist im "Hotel zum blauen Engel" am Neustadtplatz ein Ableger des 1867 entstandenen Albertvereins gegründet worden. Das Jubiläum hat der DRK-Ortsvereinam Samstag gefeiert.

Plauen.

Der rund 80 aktive Mitglieder und etwa 800 Unterstützer zählende Plauener Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes feiert sein 150-jähriges Bestehen. Das Jubiläum ist am Samstag mit einer Festveranstaltung in der Jugendherberge "Alte Feuerwache" gewürdigt worden. Unter den Gästen befanden sich Landrat Rolf Keil (CDU), Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) und auch der Präsident des DRK-Landesverbandes Sachsen, Holger Löser. Er erinnerte in seinem Grußwort an die Aufgaben seiner Organisation.

"Unsere Aufgabe ist es, Menschen zu helfen, die in Not sind, egal welche Hautfarbe, Herkunft oder Gesinnung sie haben", machte der Dresdener klar. Wie diese Aufgabe im Kaiserreich, in der Weimarer Republik, im Dritten Reich, in der DDR und seit 1990 im wiedervereinigten Deutschland bewältigt worden ist, welche Herausforderungen es dabei vielleicht auch gab, das hat Vereinschronist Dittmar Heidel in einer Festschrift und in seinem Festvortrag mit vielen Einzelheiten und Fakten eindrucksvoll aufgelistet.


"Die Straßenbahn war noch nicht da", erinnerte der Plauener an das Jahr 1869, als die Stadt etwas mehr als 20.000 Einwohner hatte. Auch das Neue Rathaus hat noch nicht gestanden, zählte der Redner weiter auf. 1898/99 baute der Verein dann den König-Albert-Stift an der Dobenaustraße, die spätere Poliklinik und heutige Fachschule. Es existierte eine auch für den Krankentransport zuständige Rotkreuz-Kolonne, die 1913 über 100 Mitglieder hatte. 14 davon sind im Ersten Weltkrieg gefallen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden am Oberen Bahnhof zigtausende Suppen und Tees ausgeschenkt, Verwundete und Soldaten versorgt.

"Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinaus gibt, geht nicht verloren", zitierte Landrat Rolf Keil (CDU) in seinem Grußwort den Arzt, Philosophen und Nobelpreisträger Albert Schweitzer. Der Kreischef bedankte sich beim Deutschen Roten Kreuz besonders für die "hervorragende Arbeit bei der Aufnahme der Flüchtlinge". Keil überreichte eine Urkunde und einen Scheck.

"Meine Urkunde ist ein bisschen größer als die vom Landrat, aber das soll nichts heißen", scherzte Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP), der ebenfalls einen Scheck überreichte. Der Ortsverein sei in der Geschichte der Stadt wie in der Gegenwart unverzichtbar, würdigte er dessen ehrenamtliche Tätigkeit. "Ihre Arbeit hat eine Vorbildwirkung", ergänzte der Rathauschef. Ralf Oberdorfer hat auch den Blutspende-Dienst angesprochen und die Plauener aufgefordert, das DRK und die Krankenhäuser mit ihrer Blutspende zu unterstützen.

Während der Veranstaltung erhielt der Ortsverein die Henry-Dunant-Plakette des DRK-Bundesverbandes. Der seit 1974 aktive Plauener Dietmar Rentzsch bekam die Dunant-Medaille des DRK-Landesverbandes, Bernd Geipel für 60-jährige Mitgliedschaft die Ehrennadel des Bundesverbandes. Auch Manfred Bredow, Dittmar Heidel, Karlheinz Linke, Ramona Krenscher, Beate Müller, Thomas Müller, Thomas Schäflein und Birgit Wunner aus Plauen sowie Rosemarie Zimmermann und Birgit Kölbel aus Pausa und Mühltroff wurden für ihr langjähriges Wirken geehrt.

Die Jahreszahl 1869 geht auf die Gründung des Plauener Ablegers von dem bereits 1867 entstandenen Albertverein in Dresden zurück. Der von Prinzessin Carola von Sachsen gegründete und nach ihrem Mann, dem späteren sächsischen König, benannte Zusammenschluss war ein Frauenverein und Vorläufer des 1921 gegründeten DRK.

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