Horten-Bau: Kreisräte fordern klare Aufarbeitung

CDU und SPD: Landrat soll Ausgaben erklären - Linke misstraut Zahlen

Plauen.

Die Schlussrechnung für den Neubau des Landratsamtes in Plauen und mehr noch die Art und Weise ihrer Veröffentlichung per Pressemitteilung und nichtöffentlicher Information des Fachausschusses stoßen auf Kritik. Angesichts der Brisanz des Themas hätte er ein anderes Vorgehen erwartet, sagte gestern der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Dieter Kießling. "Ich habe auch nur die Pressemitteilung", sagte Kießling, und die reiche ihm nicht, um die Schlussrechnung bewerten zu können. Er werde Landrat Rolf Keil (CDU) sagen, "dass eine klare Aufarbeitung nötig ist". Die Gesamtsumme von 49,99 Millionen Euro für Behördenbau und Parkhaus bewege sich etwa in dem erwarteten Rahmen, sagt der CDU-Politiker.

Auch die SPD sieht bei der Abrechnung für den Neubau, der je nach Berechnung 30 oder 62 Prozent teurer als geplant war, "ein hohes Interesse bei den Bürgern", betont SPD-Fraktionschef Lutz Kätzel. Für ihn gebe es keine magische Grenze von 50 Millionen Euro. "Wenn die Kosten höher waren, muss man das sagen und sauber einen Schlussstrich ziehen." Die SPD plädiere für Transparenz - und das gerade bei einem solch "ärgerlichen Thema".

Einen Schritt weiter geht Kreisrat Henry Ruß (Linke): "Angesichts der langen Kette von Überschreitungen ist das nicht zu glauben." Er vermutet, dass Kosten ausgegliedert und an anderer Stelle untergebracht worden sein dürften. Der Landrat müsse das im Detail erklären.

"Über die Schlussrechnung müssen wir im Kreistag reden", betont Ulrich Lupart (AfD/DSU-Fraktion). Ein derart wichtiges Thema auf vier Seiten ohne Datum und Unterschrift darzulegen, "geht so nicht".

Gestern bekräftigte die Kreisbehörde nochmals, dass es sich um "die Schlusssumme" handelt, jedoch "stehen noch vier kleinere Rechnungen aus". In den Kosten seien alle Ausstattungen enthalten. Mit ausgegliederten 700.000 Euro sei vorab Computertechnik gekauft worden.

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3Kommentare
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  • 1
    0
    Tauchsieder
    06.10.2018

    Beim Vogtländer klingelt schon mal was "Zeit.....". Dies ist aber die Klingel an der Mütze!

  • 1
    0
    Zeitungss
    05.10.2018

    Man kann nur hoffen, dass beim Vogtländer der Wecker doch noch einmal klingelt, die Hoffnung tendiert allerdings gegen NULL.

  • 0
    1
    Tauchsieder
    05.10.2018

    Endlich machen Kreisräte ihre Arbeit und dem Landrat Dampf im Kessel. Was geht hier eigentlich ab, sind wir lediglich Stimmvieh und sollen uns mit ein paar hingeschmissenen "Brocken Information" zufrieden geben?
    Hier wäre bei einer fast Verdoppelung der Kosten ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer die Person der Stunde.
    Hier das Mülldesaster, dort ausufernde Kosten bei Baumaßnahmen, Schwarzbauten des LRA, eine Untere Naturschutzbehörde die die Projekte des LRA nur noch abnickt und durchwinkt usw. .



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