Jocketa: Info-Säule für Touristen zeigt nur noch schwarzes Loch

Die Info-Stele am Bahnhof Jocketa soll Gästen zeigen, wie schön es an der Pöhl ist. Doch seit einiger Zeit enthüllt der Monitor statt Infos nur Dunkelheit. Guter Rat und eine Reparatur scheinen teuer zu sein.

Jocketa.

Wo, bitte, geht's zur Elstertalbrücke, der zweitgrößten Ziegelsteinbrücke der Welt? Oder an die Talsperre Pöhl? Wenn Besucher die Antwort bei der Info-Stele am Wanderparkplatz beim Bahnhof Jocketa suchen, sieht es finster aus. Ganz finster. Denn die Stele ist kaputt. Der Monitor zeigt keine Infos zur Umgebung mehr an. "Das ist ein ungewöhnlicher Patient für mich", sagte Gemeinderat und Computer-Spezialist Steffen Fischer (CDU) beim Blick ins Innenleben der Stele.

Mit solch großen Displays habe er sonst nicht zu tun, erklärte er. Auch Bauhofleiter Steffen Barnikow überragt das Info-Angebot um ein gutes Stück. "Seit dem Frühsommer im vorigen Jahr ist der Monitor aus", schätzte Barnikow. Zwar fährt das System hoch, stellte Fischer fest. Doch der Router blinkt nicht, das heißt: kein Internetempfang. Auf dem Display flackert nur kurz ein blaues Symbol auf. Eigentlich sollte er viel mehr zeigen: "Spannende Infos zur Umgebung für Touristen", sagte der Bauhofleiter. Auch das aktuelle Wetter und den Internetauftritt zur Gemeinde Pöhl sollten Besucher aufrufen können, wenn sie die interaktive Mattscheibe berühren. Technische Probleme sind die eine Seite - Vandalismus die andere. Die Stele hatte laut Barnikow von Beginn an immer wieder damit zu kämpfen: "Gleich am Anfang wurde sie mit einem Vierkantrohr beschädigt", erinnerte er sich. Auch Essens- und Getränkereste würden des Öfteren über die Stele gekippt. An Himmelfahrt, so der Bauhofleiter, hause man sie extra ein, damit ihr nichts passiert. "Aber das geht nicht das ganze Jahr."

Eine Reparatur, so Fischer, könnte um die 3000 Euro kosten. Gern sähe er auch ein Dach über der interaktiven Info-Hilfe. "Dann wäre es leichter, sie einzuhausen", sagte er. Niederschlag, Wind und Wetter seien nicht das Problem.

Laut der Pöhler Bürgermeisterin Daniele Hommel-Kreißl (FDP) wurde die Stele 2013 mit dem Rast- und Wanderparkplatz eingeweiht. 11.500 Euro habe sie gekostet. Land und Bund hätten das Info-Angebot jeweils zur Hälfte mit Geld gefördert. "Die Gemeinde hat bislang einen Vandalismus-Schaden im Jahr 2014 reparieren lassen müssen", so Hommel-Kreißl. "Damals war das Display eingeschlagen worden."

Warum die Info-Stele zurzeit nicht funktioniert, soll die Firma SCB Plauen herausfinden. Sie habe damals als Subunternehmer der bauausführenden Firma auch die Gemeinde-Website auf die Stele verlinkt. Das scheint vertrackt: "Zusätzliche Probleme bei der Fehlersuche ergeben sich jedoch durch das Ausfallen des Routers, sodass dieser zunächst ausgetauscht werden muss, da der Internetanschluss für den Betrieb der Stele nötig ist", erklärt die Gemeindechefin. Folglich könnten zu den Kosten der Reparatur noch keine Aussagen getroffen werden.

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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    0
    Tauchsieder
    27.09.2019

    Das sind die kleinen "Leuchttürme" der Dörfer. Beim großen Geld ausgeben mit vorn dabei, für entsprechende Wartungsarbeiten kein Personal und keinen Cent übrig.
    Da läuft einiges schief in dieser Gemeinde. Vielleicht weht nach der Wahl ein frischer Wind durch die Amtsstuben.

  • 1
    0
    ths1
    26.09.2019

    Die Anlage ist nicht je zur Hälfte von Land und Bund finanziert worden sondern zu 100 Prozent vom Steuerzahler. Rausgeschmissenes Geld, wie sich jetzt zeigt. Aber wir habens ja.



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