Jößnitzerin aktiviert Kinder und Jugendliche mit Aromen

Mädesüß, Engelwurz und Gänsefingerkraut - in der Welt der Kräuter kennt sich Silke Lang aus. Vor zwei Jahren begann sie, ihre Aroma-Praxis für Kinder und Jugendliche aufzubauen. Nun will die Erzieherin den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.

Jössnitz.

In ihrer Aroma-Praxis duftet es nach Kräutern, ätherischen Ölen und fruchtigen Apfelringen. Silke Lang ist eigentlich Erzieherin im Hort der Plauener Herbart-Schule. Doch jetzt will sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. "Es ist mein letztes Schuljahr." Die Weichen für den neuen Lebensabschnitt sind längst gestellt. "Ich befasse mich schon seit längerem damit." Das Zertifikat zum Aroma-Praktiker hat sie bereits in der Tasche. "Voriges Jahr habe ich die Ausbildung zum Kräuter- und Wildobstpädagogen abgeschlossen." Aktuell beschäftigt sie sich mit Volksheilkunde. Auch hier winkt bald ein Zertifikat.

Aufgrund von Problemen mit ihrer eigenen Gesundheit kam sie überhaupt erst auf die Idee, sich intensiv mit der Welt der Heilkräuter und aromatischen Düften zu beschäftigen. Eine Heilpraktikerin und Homöopathin, bei der sie selbst in Behandlung war, empfahl ihr, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. "Somit kann ich die Aroma-Praxis gut mit meinem Beruf verbinden." Der Bedarf an alternativen Behandlungsmethoden sei da. In ihrem Berufsalltag fielen ihr immer wieder auffällige Verhaltensmuster einiger Schüler wie Konzentrations-Schwierigkeiten, Unruhezustände und Versagensängste auf. Ursache dafür sind häufig schwierige Lebenssituationen, weiß die Erzieherin aus Erfahrung. Als Beispiel nennt sie die Trennung der Eltern.

Den Übergang in die Selbstständigkeit vollzieht die Jößnitzerin schrittweise. Die Praxis in ihrem Haus am Sattelbach gibt es schon seit zwei Jahren. "Man muss langsam hineinwachsen. Mit einer Aromabehandlung können viele gar nichts anfangen." Ätherische Öle wendet sie bei Kindern unter anderem bei der Erledigung von Hausaufgaben an. Je nach Zusammensetzung wirken die Aromen beruhigend, stimmungsaufhellend oder aktivierend. Bei Ausflügen in die Natur kann die ambitionierte Kräuterexpertin ihr Wissen am besten weitergeben. In der Nähe ihres Hauses führt sie die Exkursionsteilnehmer über Feldwege, Wiesen und durch Wälder. "Den Kindern erzähl ich unterwegs eine kleine Geschichte." Marienkäfer-Maskottchen "Florian" darf nicht fehlen. "Den pack ich immer mit in den Rucksack." Schon jetzt freut sich die naturverbundene Vogtländerin auf die warme Jahreszeit. Dann treibt ihre Lieblingsbuche im Wald neu aus, und am Bachlauf duftet es nach Mädesüß.

Die Stellen, wo die verschiedenen Kräuter gedeihen, kennt sie aus dem Effeff. Wer sie erntet, sollte dies allerdings mit Augenmaß tun. "Immer einzeln pflücken und nie von einer Pflanze alles nehmen", rät die Naturfreundin. Ihre Lieblings-Heilpflanze ist der Engelwurz. "Ich mag den Duft. Er beruhigt und bringt mich sofort runter." Seitdem sich Silke Lang näher mit der Materie befasst, ist ihr klar geworden, dass jede Menge Wissen verloren gegangen ist. "Viele Kinder kennen nicht einmal mehr den Sauerampfer."

Inzwischen hat die Umsteigerin gute Kontakte zum Natur- und Umweltzentrum Oberlauterbach. Es hat sich herumgesprochen, dass Kräuterwanderungen mit der Pausaerin Anita Seifert rund um den alten Gutshof ein Erlebnis sind. Davon überzeugte sich auch der Neuling. Die Frauen verstehen sich offenbar blendend. "Wir sind ab jetzt zu den Kräuterwanderungen in Oberlauterbach immer gemeinsam unterwegs." Zudem sind gleich mehrere Kurse mit der Erzieherin im Umweltzentrum geplant.

www.nuz-vogtland.de

www.aromabehandlung-plauen.de

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...