Johanniter gehen bald in die Luft

Der Katastrophenschutz-Einsatzzug hat bei seinem Tag der offenen Tür am Samstag an der Marienstraße Technik gezeigt. Im September wollen die Ehrenamtlichen etwas Neues für ihre Arbeit nutzen.

Plauen.

Wenn die Weiße Elster oder auch andere fließende Gewässer in der Region über ihre Ufer treten, wenn viele Menschen wegen eines Bombenfundes aus ihren Wohnungen evakuiert werden müssen, wenn größere Unfälle oder Brände mit vielen Verletzten vorkommen, dann treten die Mitglieder des Katastrophenschutz-Einsatzzuges der Johanniter auf den Plan. Ende September können sie bei Hochwasser oder auch größeren Bränden den Rettern mit einer zusätzlichen Hilfe dienen - mit einer Drohne.

Das Fluggerät ist mit einer Kamera ausgestattet und kann mit Luftaufnahmen für eine bessere Übersicht etwa in einem Überschwemmungsgebiet sorgen. "Das Interesse der Feuerwehren ist da", hat Zugführer Alexander Dietzsch am Samstag berichtet. Denn natürlich haben sich die Johanniter bei den Brandbekämpfern und Rettern erkundigt, ob eine solche Drohne eine Hilfe sein könnte und gebraucht werde. "Derzeit erhalten unsere Leute die Ausbildung an dieser Technik", informierte der 33-Jährige. Sechs Helfer sollen die Drohne bedienen können. "Wir haben überlegt, was eine sinnvolle Investition sein könnte", erklärte der Plauener die Anschaffung. Die Vogtländer sind damit nicht die ersten im Freistaat. "In Wilkau-Haßlau gibt es so etwas schon", weiß Alexander Dietzsch. Bei einem Großbrand im Juni bei einem Automobilzulieferer an der A 72 kam das Fluggerät des Stadtwehrleiters von Wilkau-Haßlau zum Einsatz und suchte nach verbliebenen Glutnestern. Bei Bränden könnten so vielleicht Gefahrenquellen festgestellt werden.

Alexander Dietsch hat bereits viel Erfahrung bei derlei Einsätzen sammeln können. Denn er arbeitet ehrenamtlich schon seit 14 Jahren bei der Hilfsorganisation, also seit seinem 19. Lebensjahr. Seit drei Jahren ist er der Chef. "Beruflich bin ich beim Rettungsdienst und als ich damals vor 14 Jahren dort meine Ausbildung gemacht habe, bin ich zu den Johannitern gegangen", erklärt er, wie es zu seinem zusätzlichen Freiwilligendienst nebenher gekommen ist.

Leute kann die Hilfsorganisation immer gebrauchen. "Derzeit sind wir 64 Mitglieder im Alter von 17 bis 60 Jahren", weiß Marcel Fugmann, der für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich zeichnet. Weitere Mitstreiter für den Einsatzzug werden gesucht. Die Interessenten sollten hilfsbereit sein, eine offene Art haben, mit Menschen umzugehen und sie sollten im Team arbeiten können. "Denn im Einsatz läuft alles Hand in Hand", macht der Sprecher aufmerksam, der seit zwei Jahren dabei ist. Neben Helfern suche man auch Unterstützer und Sponsoren.

Pro Jahr rückt der Katastrophenschutz der Johanniter 15 bis 20 Mal aus. Dazu kommen noch 30 bis 40 Dienste bei Großveranstaltungen wie dem Plauener Herbst. Im Hof an der Marienstraße zeigten die Johanniter ihre 14 Fahrzeuge für den Einsatzzug. Darunter befindet sich auch ein Audi, mit dem der Leitende Notarzt des Vogtlandkreises bei größeren Unfällen mit vielen Verletzten zur Einsatzstelle gebracht wird. Im Kreis gibt es insgesamt drei Katastrophenschutz-Einsatzzüge. Die beiden anderen stellt das Deutsche Rote Kreuz.

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