Jugendarbeit: Entspannungssignale im Kostenstreit

Kehrseite der Diskussion um Zuschüsse für Jugendzentren: Landkreis finanziert in Plauen mehr Stellen als üblich

Plauen.

Im Streit über Zuschüsse für Sach- und Betriebskosten für Kinder- und Jugendeinrichtungen im Vogtland zeichnet sich offenbar zumindest in Bezug auf die Stadt Plauen eine Lösung ab. Darüber informierten Bürgermeister Steffen Zenner (CDU) und Fachgebietsleiter Lutz Schäfer am Donnerstag den Sozialausschuss des Stadtrates. Es habe ein Gespräch mit Vertretern des Landratsamtes gegeben. Details des besprochenen Lösungsvorschlages nannten die beiden im öffentlichen Teil der Sitzung zunächst nicht.

Es seien dafür noch Beschlüsse vorzubereiten und vorzuberaten, sagte Zenner, der die Mitglieder des Ausschusses im nichtöffentlichen Teil informieren wollte. Zuvor hatten er und Schäfer die aktuelle Situation dargestellt. Beide würdigten dabei, dass das Kreisjugendamt in Bezug auf die Personalkosten für Jugendzentren den besonderen Bedarf der Stadt Plauen anerkannt habe. Sei in Richtlinien des Landkreises eine Förderung für maximal 1,5 hauptamtliche Stellen je Jugendzentrum festgelegt, würden Einrichtungen in Plauen über diesen Schlüssel hinaus finanziert - nachdem die Stadt den erhöhten Personalaufwand schriftlich nachwies und begründete.

Schäfer: "Soweit wäre alles gut, gäbe es nicht die Richtlinie Jugendarbeit zur Finanzierung der Sach- und Betriebskosten, die einen Strickfehler hat." Denn als die ursprünglich darin festgelegte 50-prozentige Beteiligung der Kommunen aus rechtlichen Gründen gestrichen werden musste, sei "vergessen" worden, das Budget anzupassen, sagte Schäfer. Stadt- und Kreisrätin Uta Seidel (Die Linke) fügte an: "...wobei vergessen der falsche Ausdruck ist."

Der Streit zwischen Kreis und Kommunen zur Mitfinanzierung von Jugendzentren schwelt seit 2018. Die ungeklärte Situation hatte zu Jahresbeginn zur vorübergehenden Schließung des Kindercafés Mücke in der Ostvorstadt geführt. Auch andere Jugendzentren wussten zum Jahresstart nicht, mit welchen Zuschüssen sie 2020 rechnen können. Zenner sagte betroffenen Trägern eine "Vorfinanzierung" zu. (us)


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