Jugendliche erwecken Verdacht

Die Polizei ermittelt weiter zu den Gewalttätigkeiten beim Siedlerfest. Offenbar gibt es schon einen Verdächtigen.

Plauen.

Hat sie die jungen Männer flüchten gesehen, die ihren Sohn brutal zusammengeschlagen haben? Sicher kann sich die Mutter von Marco S. nicht sein. "Zeitlich würde es aber hinkommen", sagt sie. Vor rund einer Woche - in der Nacht zum 5. August - wurde Marco S. auf dem Siedlerfest in Sorga zusammengeschlagen. Im linken Fuß brach dadurch das Sprunggelenk. Seine Mutter war zu dieser Zeit zu Hause und bekam von all dem nichts mit. Die Gruppe von Jugendlichen, die sehr eilig bei ihr am geöffneten Fenster vorbeigelaufen waren, die bemerkte sie aber durchaus. "Die jungen Leute waren nicht von hier, sonst würde ich die kennen", ist sie sich sicher. "Die hatten es so eilig, entweder hatten sie jemanden verfolgt oder waren selbst auf der Flucht."

Ob zwischen der brutalen Attacke und den Jugendlichen ein Zusammenhang besteht, müssen die Ermittlungen ergeben. Mehr als zehn Zeugen will die Polizei befragen. Angeblich ist sie den Tätern mittlerweile schon auf der Spur. "Gegen eine Person läuft sogar schon ein Strafverfahren", will Marco S. erfahren haben. Diese Person sei für die Ermittler kein Unbekannter. Laut den Informationen von Marco S. ist der Jugendliche schon einmal bei einem Gewaltverbrecher ins Visier der Polizei geraten. Damals sei der Kiefer des Opfers dreimal gebrochen worden. "Ich habe mich mit dem Opfer mittlerweile unterhalten", so Marco S. Die Polizei hat zu diesen Aussagen noch keine Stellung bezogen.

Mittlerweile konnte der 31-Jährige nach einigen Operationen das Krankenhaus verlassen. Ausgestanden ist die Sache aber noch lange nicht. Nach wie vor bekommt er starke Betäubungsmittel gegen die Schmerzen. Und die Stahlplatten, die vergangene Woche in seinen Fuß eingesetzt wurden, müssen zu einem späteren Zeitpunkt wieder entfernt werden. "Das Zimmer meines Sohnes liegt unter dem Dach, die Treppe will ich ihn mit dem verletzten Fuß aber nicht benutzen lassen. Er wird die nächsten Wochen im Wohnzimmer schlafen."

Ein "Freie Presse"-Leser hat mittlerweile eine Spendenaktion für Marco S. angeregt. Neben Behandlungs- und Betreuungskosten geht es ihm auch um die Prämie von 1000Euro, die Marco S. für die Ergreifung der Täter ausgesetzt hat. Möglicherweise, so der Leser, könnte dieser Betrag auch über die Spenden finanziert werden.

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