Junge Sportskanonen weihen sanierte Neundorfer Turnhalle ein

Nach 15 Monaten Bauzeit ist nun der symbolische Schlüssel übergeben worden. Beim Singen, Tanzen und Pyramidenbauen ging auch den Großen die Puste nicht aus. Dafür mussten sie in einer anderen Sache langen Atem haben.

Neundorf.

Es machte den Eindruck, als hätten die Neundorfer Grundschüler für ihr gestriges sportliches Programm zur Einweihung ihrer neuen Turnhalle wochenlang geprobt und als würden sie heute einen fiesen Muskelkater bekommen. "Ach wo!", winkte Sportlehrerin Angela Seidel ab. "Sie glauben gar nicht, wie fit und aufnahmefähig unsere Kinder sind. Und die haben sogar noch Puste zum Singen."

Den Neundorfern eilt wohl tatsächlich ein Ruf voraus. So wusste auch Uwe Schmidt vom Landesamt für Schule und Bildung in Zwickau, dass die Erst- bis Viertklässler des Plauener Stadtteils bei Wettkämpfen kaum zu schlagen sind. Und Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) lenkte die Blicke der vielen Einweihungsgäste auf eine schmale Brüstung über dem nagelneuen Turnhallen-Parkett: Da habe sich Architekt Günther Wetzel etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um die glänzenden Gold- und Silber-Pokale zu präsentieren, welche die Schüler in großer Zahl eingeheimst haben.

Die Turnhalle an der Schulstraße stammt aus DDR-Zeiten. Erstmals seit rund 45 Jahren wurde sie jetzt modernisiert. Schulleiterin Iris Hadlich freute sich: "Wir durften als Schule mitreden, mitplanen." Lange genug hatte es allerdings gedauert, bevor das Projekt vor 15 Monaten in Angriff genommen wurde. Immer habe es noch wichtigere Sanierungsvorhaben gegeben. Möglich machte den Aus- und Anbau schließlich ein Fördermittelbescheid aus Dresden. 450.000 Euro Fördermittel flossen vom Freistaat. Die Kosten der Sanierung liegen insgesamt bei etwa 1,1 Millionen Euro. "Wir streiten uns ja manchmal im Stadtrat", plauderte Plauens Stadtchef mit den Kindern. Aber als es um das Geld für den Turnhallenbau gegangen sei, "da waren wir uns alle einig". Der lange Atem von Schülern und Lehrern hat sich wohl gelohnt, ebenso das Ertragen des Baulärms und der regelmäßige Marsch zum Ausweichort, der Mehrzweckhalle an der Kasernenstraße. Sie ist rund einen Kilometer von der Grundschule entfernt.

Die Sportskanonen haben aber noch mehr bekommen als ein Gebäude, in dem sie sich körperlich betätigen können: einen größeren Speiseraum. Der bestehende wurde im Zuge der Sanierung erweitert, die Küche versetzt. Neu ist auch das Behinderten-WC, ebenso wie die Umkleideräume und Duschen. Und natürlich die Geräte, welche in einem Extra-Raum untergebracht sind. Das Sport-Equipment verstärken jetzt außerdem zwei Fußbälle, die Uwe Schmidt mitbrachte. In Zwickau ist er Referatsleiter für Grund- und Förderschulen. Der Plauener war früher Direktor der Karl-Marx-Grundschule und unterrichtete selbst Sport. Den Kindern in ihren orangen, gelben, türkisen und hellblauen Schul-T-Shirts erklärte er: "Ich sehe viele Turnhallen bei meiner Arbeit. Glaubt mir, viele wären froh über so tolle Räumlichkeiten."

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