Junger Findel-Falke fliegt mit neuer Kraft zurück in die Freiheit

Sorgen um einen am Boden hockenden Falken an der Plauener Hammerstraße hatte sich ein Pärchen gemacht. VogelExperten wussten Rat.

Plauen.

Einem Jung-Falken mit Promi-Status sind die Plauener Falkner Hans-Peter Herrmann und Ralf Zierold vergangenen Mittwoch zu Hilfe gekommen. "An der Heizwerk-Esse an der Hammerstraße haben Ornithologen vor Jahren eine Nisthilfe angebracht", erklärte Zierold. "Dort haben sich Wanderfalken angesiedelt." Ein Falkenjunges, das höchstwahrscheinlich zu dieser Vogelfamilie gehört, hockte nun auf einem Gehweg an der stark befahrenen Hammerstraße und machte einen hilflosen Eindruck.

Ein Plauener Pärchen alarmierte deshalb die Falknerei Herrmann, die auch Auffangstation für Greifvögel ist. Das heißt, die Mitarbeiter nehmen verletzte oder kranke Greifvögel und Eulen auf und pflegen sie gesund. Ralf Zierold eilte also an die Hammerstraße.


Wie er erklärte, handelte es sich bei dem am Boden sitzenden Tier um einen Jungvogel, der von seinen Eltern aus dem Nest gelockt worden war, um selbstständig zu werden - aber noch gefüttert wird und nicht richtig fliegen kann. Das nenne man Bettelflugphase, so der Experte. Vielleicht, überlegt er, hatte ihn der Fahrtwind eines Lkw mitgewirbelt oder der Flug-Anfänger hatte sich schlicht versteuert.

"Aber wir wussten nicht, ob er sich vielleicht etwas gebrochen hatte", so Zierold. Mit einem Handtuch packte er das Jungtier und nahm es mit. Schnell stand in der Falknerei fest: Dem Weibchen ging es gut. "Wir wollten sie so schnell wie möglich wieder auswildern", so Zierold. Denn die Eltern könnten nach zwei, drei Tagen aufhören, sie zu suchen. Am Himmelfahrtstag ließen Herrmann und Zierold das Weibchen von der Streichhölzerbrücke aus wieder frei. "Sie ist Richtung Stahlbau weggeflogen", erzählt er.

Bei der Falknerei komme es häufig vor, dass jemand anruft, weil ein Falken- oder Eulenjunges am Boden hockt, das noch nicht ganz flügge ist, sagt der Falkner. "Viele Menschen möchten dem Vogel dann gern helfen", sagt Zierold. Am besten sei es, ihn außer Reichweite von Autos, Katzen oder Hunden zu setzen. "So hoch, wie man selbst gerade greifen kann", rät Zierold. Dort sei das Junge sicher, aber nicht außer Sichtweite seiner Eltern. Sicherheitshalber sollte man dafür ein Handtuch verwenden, damit der Jungvogel den Helfer nicht mit seinem Schnabel verletzten kann. Anders sieht es aus, wenn der Vogel verletzt ist: "Dann sollte man ihn entweder zum Tierarzt bringen", sagt Ralf Zierold, "oder uns in der Falknerei anrufen."

Die Falknerei Herrmann ist als Auffangstation für Wildvögel erreichbar unter Telefon 0174 9147124 und 0173 979096.

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