Kandidaten stellen sich den Wählern

Wahlen 2019 In zwei Monaten wählt Sachsen einen neuen Landtag. Wer will als Direktkandidat für den Wahlkreis Vogtland 4 ins Parlament einziehen? Um welche Ziele geht es? In einem Forum am Dienstag gibt es Antworten.

Reichenbach.

Der Tag der Landtagswahl am 1. September rückt näher. Damit sich die Wähler in und um Reichenbach ein Bild von den Kandidaten machen können, die sich um das Direktmandat im Wahlkreis Vogtland 4 (mit Elsterberg und Pöhl) bewerben, laden die Landeszentrale für politische Bildung und die "Freie Presse" am Dienstag zum Wahlforum ins Reichenbacher Neuberinhaus, Weinholdstraße 7, ein. Beginn: 19 Uhr. Eingeladen sind die Direktkandidaten Stephan Hösl (CDU), Lars Legath (Linke), Siegfried Kost (SPD), Rico Weller (AfD), Manja Tröger (Grüne) und Andreas Bretschneider (FDP).

Bei der Wahl vor fünf Jahren hatte Stephan Hösl mit 36,5Prozent der Erststimmen das Direktmandat geholt. Auf Platz zwei folgte Henry Ruß von der Linkspartei mit 23,5 Prozent. Damit lag Hösl unter dem Ergebnisse, dass die CDU in seinem Wahlkreis an Zweitstimmen holte (41,2 Prozent). Ruß schnitt dagegen etwas besser ab als seine Partei. Als Zweitstimmen entfielen nur 20,8Prozent auf die Linkspartei. Das mag darin liegen, dass Hösl damals zum ersten Mal antrat und durch seine Arbeit im Stadtrat vor allem den Reichenbachern bekannt war - während Ruß ein in der ganzen Region bekanntes politisches Schwergewicht war. Dieses Mal ist Hösl Titelverteidiger und bekannter geworden. Die Linken schicken dagegen mit Lars Legat einen Kandidaten ins Rennen, der sich in der Plauener Lokalpolitik zwar schon Sporen verdient hat, rund um Reichenbach aber eher unbekannt ist.


Bei den Grünen ist es genau umgekehrt. 2014 trat als Direktkandidat Dieter Rappenhöner an. Dieser hatte sich im Plauener Stadtrat zwar über die Parteigrenzen hinweg Ansehen erworben. In Reichenbach kannte ihn dagegen kaum einer. 3,8Prozent der Erststimmen waren denn auch ein eher mageres Ergebnis. Die jetziger Kandidatin Manja Tröger ist da durch ihr jahrelanges Engagement gegen den Müllstandort Schneidenbach ungleich bekannter. Für Siegfried Kost (SPD) und Andreas Bretschneider (FDP) wird es auf Grund der politischen Großwetterlage in Sachsen und Deutschland in jedem Fall ein schweres Rennen. Rico Weller (AfD) dürften die Umfragen dagegen eher Rückenwind bescheren. Zur Belastung könnte dagegen das Gezerre innerhalb der AfD werden, wer überhaupt als Direktkandidat antritt.

Das Wahlforum am Dienstag in Reichenbach dauert etwa zwei Stunden. Schwerpunkte des Abends sollen maßgeblich die Gäste der Veranstaltung setzen. Die Landeszentrale für politische Bildung organisiert in Kooperation mit den drei großen Tageszeitungen in Sachsen in allen 60 Wahlkreisen Foren. Sie wolle damit einen Beitrag zur Debattenkultur in Sachsen leisten, so Direktor Roland Löffler.


Rico Weller, AfD

Rico Weller, der Direktkandidat der AfD zur Landtagswahl, hat zwar noch keine praktischen Erfahrungen in der vogtländischen Kommunalpolitik sammeln können. Doch der Lokführer, der bei der Vogtlandbahn arbeitet, ist im Betriebsrat sowie in der Tarifkommission tätig. Mitglied bei der AfD ist Rico Weller seit 2016. Er ist 46 Jahre alt, stammt aus Oelsnitz und ist ledig.


Lars Legath, Linke

Lars Legath ist in der Plauener Kommunalpolitik schon länger aktiv. Er gehörte das erste Mal von 2009 bis 2014 dem Stadtrat an. Im Jahr 2018 rückte er nach und sitzt seitdem erneut im Plauener Stadtrat. Der Linken-Politiker gehört dem Kreisvorstand seiner Partei an und ist außerdem Ortsvorsitzender in Oelsnitz. Lars Legath ist 29 Jahre alt und verheiratet.


Siegfried Kost, SPD

Siegfried Kost ist als Geschäftsführer des Vereins Futurum Vogtland in der Region recht bekannt. Der 60-jährige Lehrer ist seit 1994 in der SPD und seit acht Jahren Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der Partei. Er war außerdem als parlamentarischer Berater der SPD-Fraktion im Landtag für Bildung und Wissenschaft tätig. Siegfried Kost ist verheiratet und hat fünf Kinder.


Andreas Bretschneider, FDP

Andreas Bretschneider hatte vor etlichen Jahren sein erstes politisches Amt als stellvertretender Ortschaftsratsvorsitzender in Obermylau ausgeübt. Der 39-Jährige ist gelernter Kaufmann, war selbstständiger Hotelier und arbeitet mittlerweile in der Automobilzulieferindustrie. Er ist dieses Jahr in die FDP eingetreten und kandidierte für den Reichenbacher Stadtrat. Andreas Bretschneider ist ledig.


Stephan Hösl, CDU

Stephan Hösl wurde bei der Wahl vor fünf Jahren das erste Mal in den Sächsischen Landtag gewählt. Er gehört dort dem Verfassungs- und Rechtsausschuss, dem Ausschuss für Schule und Sport und dem Petitionsausschuss an. Hösl ist außerdem Fraktionsvorsitzer der CDU im Reichenbacher Stadtrat. Der 53-jährige Politiker ist verheiratet und hat drei Kinder.


Manja Tröger, Grüne

Manja Tröger kandidierte bislang für den Stadtrat von Treuen und Reichenbach sowie den Kreistag, ohne ein Mandat zu erringen. Erfahrungen in der Politik hat sie dennoch einige gesammelt. Immerhin engagiert sich die 45-jährige Pferdewirtin seit Jahren gegen den Müllstandort Schneidenbach. Mitglied bei den Grünen ist sie seit 2013. Manja Tröger ist ledig und Mutter dreier Kinder.

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