Katzenrettung in der Nacht: So geht's

Eine 20-Jährige fand spät nachts eine verletzte Katze auf der Straße - erreichte aber keinen Notdienst. Hat Plauen ein Tier-Rettungs-Problem?

Plauen.

Als sie die regungslose Katze auf der Alten Oelsnitzer Straße liegen sah, trat sie auf die Bremse. Doch als die Plauenerin (20) Hilfe für das blutende Tier rufen wollte, blieb sie ratlos zurück.

Einen Bereitschaftsdienst habe sie nicht erreicht, erzählt die junge Frau - dieser seien nur bis Mitternacht im Dienst. Dann versuchte sie es bei der Polizei, die sie zur Tierklinik in Auerbach mit einem 24-Stunden-Notdienst verwiesen habe, so die Plauenerin. Dort habe man ihr jedoch nahegelegt, sich lieber eine andere, weniger aufwendigere Lösung einfallen zu lassen.


Kurz entschlossen nahmen die 20-Jährige und ihr Freund das Tier mit. Am nächsten Tag brachte die Plauenerin die Katze zum Tierarzt. Diagnose: Gehirnerschütterung durch Autounfall. Per Facebook und ausgehängten Flyern machten sich die junge Frau und ihre Freundin auf die Suche nach Frauchen oder Herrchen. Mit Erfolg: Kurz darauf hatten sich die Besitzer gemeldet. Die Katze namens "Maxi" sei wieder zuhause und habe sich erholt. Ungeklärt bleibt für die Plauenerin, wieso es so schwierig war, in der Nacht an Hilfe für "Maxi" zu kommen.

Dr. Roland Zeißler, Betreiber der Kleintierklinik in Auerbach und dort Cheftierarzt, stellt das nächtliche Geschehen anders dar: Die Mitarbeiterin habe der jungen Frau angeboten, sie könne noch einmal anrufen und die Katze sofort bringen, wenn sie weder von der Polizei noch von der Feuerwehr oder der Rettungsleitstelle Unterstützung bekomme. Doch die Plauenerin habe sich nicht noch einmal gemeldet.

Aber was ist nun zu tun, wenn jemand in der Spitzenstadt ein verletztes Tier findet? Diese Frage beantwortet Mario Wetzstein, Einsatzleiter und stellvertretender Leiter der Plauener Berufsfeuerwehr: Im Stadtgebiet Plauen, inklusive Ortsteile, sei die Tierrettung der Feuerwehr sowohl zuständig für herrenlose Hunde als auch für verletzte Tiere, wenn der Halter nicht vor Ort, nicht bekannt oder nicht erreichbar ist. Lebende Tiere brächten die Kameraden ins Tierheim, verletzte Tiere zum diensthabenden Bereitschaftstierarzt, tote Tiere in die Kleintierkadaversammelstelle in der Tröger- straße. Wetzstein weist darauf hin: "Alle Einsätze in Verbindung mit Tieren sind für den Tierhalter kostenpflichtig." Doch was, wenn es schon nach 24 Uhr ist? "Bis jetzt ist zum Glück immer ein Tierarzt oder die Tierklinik erreichbar gewesen", erklärt Wetzstein, "und wir konnten die Tiere auch nach Mitternacht medizinisch versorgen lassen."

Tierhalter, die ihren Liebling vermissen, sollen sich als Erstes ans Tierheim wenden, so Wetzstein, an die Berufsfeuerwehr oder an die integrierte Rettungsleitstelle.

Notrufnummern: Tierheim Plauen: 03741 431349. Berufsfeuerwehr Plauen: 03741 484131. Rettungsleitstelle: 03741 19222. Kleintierklinik Vogtland: 03744 212471.

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