KEV ist raus: Abfallamt verwaltet Sperrmüllberge

Und täglich grüßt das Murmeltier: Die Probleme mit dem Abfall wollen im Vogtlandkreis nicht enden. Ein Beispiel aus Plauen.

Plauen.

Ein Berg von Sperrmüll wächst in Plauen vor dem Wohngebäude Antonstraße 42 und blockiert den Gehweg. Bereits am 10. Februar beobachteten Anwohner, dass zwei junge Männer Elektrogeräte, verschlissene Möbel und anderen Unrat aus dem Haus geschleppt und davor abgelegt hatten. Und seither packt dieser und jener Zeitgenosse noch etwas dazu, bloß mit dem Abtransport ist es bislang Essig.

Nachbarn sind sauer und baten die "Freie Presse", den Fall aufzugreifen. "Wie festgewachsen" sei der Sperrmüll. Da im Haus Migranten leben, kommt die Frage auf: Wissen die Bewohner überhaupt, wie das mit dem Abfall hierzulande funktioniert? Und was tun Vermieter und Behörden, um Recht und Ordnung mit Augenmaß durchzusetzen? Mit dem Argument Brandschutz werden Schuhschränkchen in Treppenhäusern verboten, sagt ein Plauener, warum dulden die Ämter dann angesichts von Bränden in der jüngeren Vergangenheit derlei Risiken?

Erich Ringlstetter von Biri-Immobilien überrascht mit seiner Aussage: "Der Mieter hat alles richtig gemacht." Jener Mann sei inzwischen ausgezogen. Er habe zuvor die Sperrmüll-Abholung beantragt und beim Auszug alles vorm Haus abgestellt. Das Problem liege beim Abfallamt des Vogtlandkreises, das die Abholung für den 1. März eingeordnet habe. "Wir haben es mit Engelszungen versucht, einen früheren Termin zu bekommen", sagt Erich Ringlstetter. Die Telefone bei Biri liefen zuletzt heiß. Für die Sorgen der Anwohner habe er Verständnis, so Ringlstetter.

Um Abholung und Terminabstimmung für die Sperrmüllentsorgung kümmerte sich in der Vergangenheit die kreiseigene Entsorgungsfirma KEV. Doch mit Änderung der Satzung zum 1. Januar gab es auch hier eine Änderung. "Sperrmüllanmeldungen werden direkt beim Amt für Abfallwirtschaft des Vogtlandkreises beantragt", erklärt KEV-Geschäftsführer Jörg Blei. Dorthin müssten auch Anfragen gerichtet werden. Die KEV wird vom Amt beauftragt. Auf eine Montagmittag ans Abfallamt gerichtete Anfrage gab es bis Dienstagabend keine Antwort. Sie soll bald folgen, hieß es.

Unterdessen haben sich Anwohner ans Ordnungsamt der Stadt Plauen gewandt. Dort sieht man die schleppende Arbeitsweise des Kreises offenbar mit Unbehagen. "Es handelt sich um ordnungsgemäß angemeldeten Sperrmüll", der jedoch zu früh herausgestellt wurde, antwortet die Stadt auf eine Bürgerkritik. Der KEV sei eine zeitnahe Entsorgung leider "nicht möglich". All das sei "nicht zufriedenstellend".

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1Kommentare
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    Gffp
    20.02.2019

    .......ist doch typisch für diese Komunalpolitik alles was ortendlich funktioniert hat wird umgekrempelt, teuerer gemacht und weil es nicht funktioniert ist niemand dafür zuständig und der Bürger schuld.....die Verwaltungsarbeit des Landratsamtes setzt sich so fort, wie es bei Bau schon begann....



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