Kinder lernen den Wald kennen

Den Beruf des Waldpädagogen gibt es noch nicht so lange. Carolin Schnabel aus Mißlareuth hat ihn ergriffen. Mädchen und Jungen aus Reuth erlebten mit ihr jetzt spannende Tage.

Reuth.

Jeden Tag in den Wald gehen und dort etwas erleben, das praktizierten jetzt die Kindergarten- und Hortkinder aus Reuth. "Wir hatten eine Projektwoche zum Thema Wald, und jeden Tag gab es ein anderes Thema", sagt Julia Degenkolb, die Leiterin der Kindertagesstätte "Zwergenland". Es sind 35 Kinder, zwischen vier und elf Jahre alt. Aber egal welches Alter, begeistert waren sie alle, denn Waldpädagogin Carolin Schnabel verstand es, die Vormittage im Wald spannend zu machen. So ging es an einem Tag um den Biber. Am Wald nahe Reuth, den man jeden Tag besuchte, fließt ein kleiner Bach, der als Lebensraum des Tieres dient. "Wir bauen einen Wasserfilter mit Hilfe einer Plastikflasche", erklärte vorab Carolin Schnabel. Nach ähnlichem Prinzip verfahren auch die Biber.

Was es noch Spannendes gab? Die Waldpädagogin brachte einen Dackel mit, als es ums Thema Jagd ging. Dazu hatte sie Tierpräparate etwa von Fuchs und Marderhund dabei, aber auch Jägerkleidung, um den Beruf den Kindern näher zu bringen. Die Waldpädagogin geht selbst auf die Jagd. "Das ist die schonendste Art, Fleisch zu erzeugen." Und man wisse, es kommt nicht aus der Massentierhaltung.


Den Mädchen und Jungen fiel noch mehr ein. "Mir hat gefallen, als wir ein Waldsofa aus Ästen bauten", rief Selina. Und Arthur meinte: "Die Spiele mit den Zuckerwürfeln fand ich gut." Damit erklärte die Waldpädagogin die Fotosynthese, die Ernährung des Baumes. Auch das Spiel mit Tiergeräuschen oder das Abzeichnen der Rinde hatte den Kleinen gefallen. Weiterhin hatte die Mißlareutherin, die Forstwissenschaften in Tharandt studiert hatte, einen präparierten Borkenkäfer mitgebracht. "Der ist aus dem Studium." Kaum zu glauben, dass solch ein kleines Tier so großen Schaden anrichten kann. Carolin Schnabel erklärte die Gefahr für befallene Bäume und den gesamten Wald. Am letzten Tag der Projektwoche, welche durch den Kulturraum Vogtland-Zwickau gefördert wurde, wartete noch eine Moosmann-Schatzsuche im Wald auf die Kinder.

"Mein Ziel ist, den Kindern den Wald näher zu bringen", erklärte Carolin Schnabel. "Es gibt im Wald so viel zu entdecken und zu lernen." Wobei den Kindern in der ländlichen Region der Wald längst nicht so fremd sei wie den Großstadtkindern. Den Beruf des Waldpädagogen gibt es auch noch nicht so lange, sagt die junge Frau. Sie hatte die Weiterbildung in ihrem Studium mit absolviert.

Gerade in Großstädten seien Waldpädagogen sehr gefragt. Projekte im Wald mit Kindern, für Schulklassen oder auch mal zu Kindergeburtstagen, das sei genau ihr Ding. Als nächstes aber wird die Mißlareutherin, die nach ihrem Studium in die Heimat zurückgekehrt ist, heiraten. Ihr künftiger Ehemann ist übrigens Biberbeauftragter im Landkreis Hof.

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