Kita-Kinder nach Essen in Klinik

Weil Krippenkinder in Weischlitz über Ausschlag und Juckreiz klagten, rückten Notärzte an. Doch es gibt Entwarnung.

Weischlitz.

Verstörte Kinder, aufgeregte Erzieher, beunruhigte Eltern und ein Großaufgebot an Rettungswagen. Dieses Szenario hat sich am Dienstagmittag rund um die Kindertagesstätte Kinderland an der Taltitzer Straße in Weischlitz geboten.

Wie Jens Leistner vom Rettungszweckverband Südwestsachsen auf Nachfrage der "Freien Presse" sagte, hätten einige Kinder während des Mittagessens Symptome einer allergischen Reaktion wie Hautausschlag und Juckreiz gezeigt. Drei Rettungswagen, zwei Krankentransportfahrzeuge, Notärzte und die Weischlitzer Feuerwehr rückten an.

Gleich 16 Krippenkinder mussten laut Leistner stationär betreut werden. Sie wurden ins Helios Vogtland-Klinikum Plauen, in das Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau und das Klinikum Obergöltzsch Rodewisch eingeliefert. Am späten Nachmittag waren alle bereits wieder entlassen, informierte das Landratsamt des Vogtlandkreises. Dessen Mitarbeiter waren ebenso in die Ermittlungen eingebunden wie die Polizei.

"Vor Ort konnten keine klaren Ursachen festgestellt werden", so Jens Leistner. Die Kinder im Alter von etwa zwei Jahren hatten einen stabilen Kreislauf, keine Atemprobleme. Dennoch entschieden sich die Ärzte für die Variante Krankenhaus - für die Retter eine enorme logistische Herausforderung. Denn die Kinder brauchten für den Transport in die Kliniken Kindersitze. Der nahe Globus-Einkaufsmarkt sprang ein. "Wir haben sofort unsere Regale leer geräumt und den Kindern die Sitze zur Verfügung gestellt", so Marktleiterin Kitty Fischer.

Weil im Hort der Grundschule der gleiche private Essensanbieter koche, sei die Mahlzeit dort vorsorglich eingestellt worden, berichtete eine Mutter. Ob der Vorfall auf die Speisenlieferung des Caterers zurückzuführen ist oder ob Reinigungsmittel eine Rolle gespielt haben, lasse sich bisher nicht sagen, erklärte Michael Hummel, einer der beiden Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo), des Trägers der Einrichtung. Er habe sofort seine Termine unterbrochen und sei nach Weischlitz gefahren. "Wir sind unheimlich dankbar, dass offenbar nichts weiter passiert ist", so Hummel. Er lobte die Umsicht und schnelle Reaktion der Erzieher.

In der integrativen Kita sind knapp 100 Mädchen und Jungen untergebracht, darunter 27 Krippenkinder. Am heutigen Mittwoch ist die Einrichtung wieder geöffnet.

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