Kleine Firma, große Leuchten

Die Firma heißt Ladon, hat zehn Mitarbeiter und entwickelt LED-Strahler für Industriehallen. Heute könnte sie den Sächsischen Staatspreis für Design verliehen bekommen.

Plauen.

"Haben Sie schon mal von Upcycling gehört?" So fragt Axel Rosenkranz ran, wenn er die Geschichte von Ladon und dem schicken Strahler erzählt. Rosenkranz ist Vertriebschef des Plauener Speziallampen-Herstellers. Eigentlich verdient die Firma ihr Geld damit, Werkshallen mit Hochleistungs-LED-Strahlern auszurüsten, selbst entwickelt und selbst gebaut. Das spare mindestens 60 Prozent Strom.

Da kam das Upcycling ins Spiel. So nennt es sich, wenn jemand Müll zu neuwertigen Design-Stücken aufmöbelt. Ladon tut das mit alten Industriehallen-Strahlern. Zusammen mit Jungdesignern aus Halle haben die Plauener eine Leuchte entwickelt. Der Prototyp ist golden, und sein LED-Licht lässt sich stufenlos mit dem Smartphone dimmen.

Das kleine Plauener Unternehmen könnte damit heute den Sächsischen Staatspreis für Design abräumen - zumindest ist es nominiert dafür. Heute Nachmittag wird der Preis des Wirtschaftsministeriums in Dresden verliehen. Axel Rosenkranz macht schon die Tatsache stolz, dass die Jury Ladon mit ins Rennen genommen hat: "Wir sind erst im Dezember auf die Idee mit dem Upcycling gekommen."

Es ist ein Nebenprodukt. Der Zehn-Mann-Betrieb wurde vor neun Jahren in Falkenstein gegründet. Seit drei Jahren sitzt er an der Schönherr-Straße in Plauen, direkt gegenüber dem Platzhirsch Vosla. Das sei Zufall. Die Fläche habe die Industrie- und Handelskammer vermittelt. "Die Vosla und wir haben komplett unterschiedliche Geschäftsfelder", sagt Rosenkranz.

Ladon will sich besser ins Szene setzen. Deshalb hat die Firma das Gebäude beleuchtet, in dem sie sitzt. Die Westendfabrik. Im Auftrag der Stadt erneuerte sie auch die Straßenlampen. Das Geschäft von Ladon hat mit Design wenig zu tun. Es geht darum, so energiesparend wie möglich Hallen auszuleuchten. Industriehallen, Schwimmhallen, Sporthallen. Die Ladon-LED-Strahler lassen sich per Funk programmieren und mit sind Sensoren ausgestattet, die auf das Umgebungslicht reagieren.

Rosenkranz und seine Leute messen das Licht in den Hallen, produzieren die Strahler und statten die Gebäude damit aus. Auch Parkplätze beleuchten sie auf Wunsch. Sie setzen dabei auf den Spar-Gedanken. Weil die LED weniger Strom verbrauchen als übliche Hallen-Strahler, rechne sich das Umrüsten.

Ladon verkauft vor allem im Direktvertrieb. Dreimal pro Woche ist Rosenkranz auf Achse, fährt durch Gewerbegebiete, um Kunden zu akquirieren. Für den Design-Strahler, mit dem er heute beim Sächsischen Staatspreis antritt, habe eine Firma bereits Bedarf angemeldet. Sie wolle ihren Speisesaal damit ausrüsten.


Der Drache im Namen

Ladon stammt aus der griechischen Mythologie. Ladon ist dort ein mehrköpfiger Drache, der die Goldenen Äpfel der Hesperiden bewacht, der Nymphen. Ladon schläft nie, wird aber am Ende von Herakles bezwungen. Ein Techniker hatte die Idee, die Firma so zu nennen.

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