Knatternde Kult-Mopeds als Werbeträger

Kürbitz hat das Potenzial zum zertifizierten Urlaubsdorf. Vertreter der Tourismusbranche warben am Montag in Weischlitz für das Projekt "Sachsens schönste Dörfer".

Kürbitz.

Ein Beitritt der Gemeinde Weischlitz zur Anbietergemeinschaft (AG) "Sachsens schönste Dörfer" hat am Montagabend den Weischlitzer Gemeinderat beschäftigt. Heike Löffler vom Fremdenverkehrsverein Rosenbach und AG-Sprecher Udo Delinger warben in der Südscheune für das Projekt.

Das Dorf als touristischen Lebensraum entdecken: In Delingers Augen bietet dies eine Chance für den ländlichen Raum. "Viele würden gern Urlaub auf dem Land machen", erklärte er. Der Mitarbeiter der Tourismus-Marketing-Gesellschaft Sachsen (TMGS) bezog sich in seinem Vortrag auf Umfragen. Demnach liege Entschleunigung auf dem Land im Trend. Es sei die Kombination aus ländlicher Idylle, Aktivangeboten und Kultur, die Urlauber reizvoll finden. Als Kriterien für die Mitgliedschaft eines Dorfes in der AG nannte der Marketingexperte Sehenswürdigkeiten, das Vorhandensein von Gasthäusern, Lebensmittel-Läden, einen guten Internet-Auftritt sowie Alleinstellungs-Merkmale. Kürbitz mit Bezug zum Burgsteingebiet habe dieses Potenzial. Hier gibt es Wanderwege wie den Vogtland-Panorama-Weg, den Elsterradweg, Vereinsleben, Pensionen, Handwerk und Gaststätten. Für die Geschichte des Dorfes steht die Salvatorkirche. Als kulturelles Highlight lockt das alljährliche Löwenspektakel mit der SR-Traditionsrundfahrt, die Kürbitz über die Region hinaus als Mopeddorf im Vogtland bekannt machte.

Auch nach Einschätzung von Heike Löffler habe Kürbitz das Zeug dazu, zertifiziertes Urlaubsdorf zu werden. Durch gezieltes Marketing und die Unterstützung der Tourismusgesellschaft mit überregionaler Werbung auf Messen habe der Tourismus als Wirtschaftsfaktor in der Gemeinde gute Entwicklungsmöglichkeiten, glaubt die Geschäftsführerin vom Vogtländischen Mühlenviertel. Als positives Beispiel nannte sie Leubnitz. Die Ortschaft ist bereits Mitglied bei Sachsens schönsten Dörfern. Genauso wie übrigens auch Jößnitz und Morgenröthe-Rautenkranz. "Bei Nachfragen merke ich, dass die Region bekannter geworden ist." Das alles sei nicht in einem Jahr entstanden, räumte sie ein. Neben der Image-Broschüre für alle Dörfer entwickelten die touristischen Akteure zusätzlich spezielle Faltblätter wie "Dorfspaziergang" mit Tipps zu Sehenswürdigkeiten, historischer Bausubstanz und regionalen Erzeugern. "Das hat auch auf die Nachbardörfer ausgestrahlt." Touristen würden ohnehin dazu neigen, das gesamte Umfeld ihrer Urlaubsregion zu erkunden. So soll es auch in Kürbitz funktionieren. Davon könnte dann das benachbarte Burgsteingebiet profitieren.

Das Projekt wurde bereits im Kürbitzer Ortschaftsrat vorgestellt. Ortsvorsteher Matthias Roth sprach von einem positiven Echo. "Das Ganze ist bei uns gut angekommen." Zunächst müssten jedoch die Gemeinderäte für die Mitgliedschaft per Beschluss grünes Licht geben. Damit verbunden sind 1000 Euro aus der Haushaltskasse, die in die AG eingezahlt werden müssten. Aufgrund der engen Zeitschiene für die Produktion der Image-Broschüre plädierte Delinger für einen raschen Beitritt. Nach erfolgter Antragstellung prüfe dann eine Jury vor Ort, ob alle Kriterien erfüllt sind.

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