Knöllchen für Kameraden: Für Freiwillige gilt Tempo 50

Stadt behält Praxis bei - Wehrleiter berichtet von kulanten Staatsanwälten

Plauen.

Alarmierte Plauener Feuerwehrleute müssen bei der Fahrt zur Feuerwache auch weiterhin damit rechnen, für Tempoverstöße belangt zu werden. Das betrifft vor allem Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte, die immer wieder vom Blitzer an der Dresdner Straße erfasst wurden und anschließend unerfreuliche Post erhielten. Im Verwaltungsausschuss des Stadtrates wurde die Thematik neben einer Reihe weiterer Probleme der Feuerwehr, die infolge der Jahreshauptversammlungen der Plauener Ortswehren ans Licht kamen, kontrovers diskutiert.

"Bei Überschreitungen bis 20 km/h wird das Verfahren eingestellt", erläuterte Mario Wetzstein, die Nummer 2 bei der Plauener Berufsfeuerwehr, die Praxis in der Stadt. Wer noch schneller zum Einsatz fährt, müsse sich für den Tempoverstoß verantworten. "Meine persönliche Meinung: Dort muss keiner schneller als 50 fahren", betonte Mario Wetzstein. Den Streit nennt er "völlig unnötig", es habe schon schwere Unfälle gegeben.


Das sieht Wehrleiter Rocci Pelz von der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte anders. Pelz erhielt Rederecht und legte dar, wo nach seiner Ansicht der Schuh drückt. "Wir sind keine Raser", schickte er voraus. Er habe schon mehrfach beim Staatsanwalt gesessen, weil er mit mehr als 71 km/h zur Tempo-50-Kreuzung Dresdner/Friedrich-Eckardt-Straße und weiter zur Feuerwache unterwegs war. "Verfahren eingestellt", betonte er. Die Staatsmacht sehe es offenbar anders als die Stadt. Doch etliche Verfahren der Freiwilligen seien noch offen, es gab keinen Sammelbescheid und auch sonst nichts.

Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) und die Ausschussmitglieder übten sich im Spagat: Die Praxis sei so richtig und werde beibehalten, verdeutlichte der OB und sagte zu Wehrleiter Pelz: "Ich freue mich, wenn sich Wehrleiter einsetzen." Das Engagement sei "aller Ehren wert". Die Straßenverkehrsordnung sei dennoch einzuhalten.

Die ehrenamtlichen Floriansjünger haben weitere Probleme vorgetragen: Es ging insbesondere um überalterte Fahrzeuge und Ausrüstungen. Stadtrat Dieter Rappenhöner (Grüne) mahnte "einen gepflegten Ton" an, denn die Verwaltungsvorlage sei schroff formuliert. Auch CDU-Fraktionschef Jörg Schmidt zeigte Verständnis für die Sorgen der Ehrenamtler.

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