Körnerjäger wird Goldwäscher: "Sandmann" lädt zum Treffen ein

Rolf Kretzschmar will, dass seine Sammlung von klitzekleinen Teilen vollständig wird. In Sachsen hat wohl keiner ein größeres Sand-Arsenal als er.

Plauen.

Seit über einem Jahrzehnt ist Rolf Kretzschmar aus Plauen beim Internationalen Sandtreffen dabei. Nun begegnen sich die Mitstreiter aus aller Welt am zweiten September-Wochenende zum 14.Mal - und zwar im Vogtland. Der Plauener "Sandmann" hat die mehr als 25 Teilnehmer aus Belgien, den Niederlanden, aus Luxemburg, Tschechien, Österreich, Italien und natürlich Deutschland in seine Heimat geholt.

Der 65-Jährige fiebert bereits jetzt dem Sandtausch am 9. September in der Walkmühle entgegen: "Mal sehen, welche Schätze die anderen Sammler dabei- und übrig haben." An dem Sonntag wird auch der Tag des offenen Denkmals sein: "Die Besucher können uns also beim Tauschen über die Schulter blicken", sagt Kretzschmar. Ehrensache sei allerdings, dass kein einziges Körnchen Sand verkauft wird.

Obwohl Kretzschmar "nur" aus 184 von fast 200 Ländern der Erde Mineralien in seiner Sammlung hat, steckt er den Kopf nicht in den Sand: "Mir fehlen eigentlich nur noch die Inselstaaten des Pazifiks", sagt er. Derzeit hat er rund 8500 Proben in kleinen Flaschen und in Döschen. Sie seien alle genau gekennzeichnet. So sei ersichtlich, von wo genau der Sand stammt. Möglicherweise hat der leidenschaftliche Sammler beim Treffen auch wieder neuen Ostseesand dabei, denn kurz zuvor unternahm er noch einen Ostsee-Urlaub. Wenn andere am Strand liegen, fährt seine Hand automatisch durch das warme Gemisch aus Tang, Metallen und - na klar: Sand. Liebend gern untersucht er die Körnchen unter dem Mikroskop.

Sand interessiert Kretzschmar sogar mehr als Gold. Dennoch lädt er seine Mitstreiter zu einer Exkursion rund um die Göltzschtalbrücke. "Dort will ich mit ihnen in Zusammenarbeit mit dem Goldmuseum Buchwald Gold waschen", berichtet Kretzschmar, der aus seinem Sand auch farbige Bilder fertigt. "Allerdings hat Sandmalerei bei mir eine andere Bedeutung als die vergängliche Kunst, die gerade modern ist", so Kretzschmar. Eine ständige Ausstellung hat er im Museum am Schneckenstein. Für diese Gegend typisch sei eine hohe Anzahl an Glimmeranteilen, etwa Splitter von Bergkristallen und Topasen.

Eine Ausstellung von Kretzschmars Sandbilder ist bis 15. September im Alten Rathaus in Burkhardtsdorf/Erzgebirge zu sehen.

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1Kommentare
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  • 0
    0
    Tauchsieder
    30.08.2018

    Bevor es in die "Göltzsch" geht soll er sich unbedingt mal mit dem Fischereirechtsinhaber und der UNB des LRA unterhalten!



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