Komturhof-Verein erhält Chronik des Mittelalters

Die Fördergemeinschaft Komturhof will eine historische Bibliothek aufbauen. Vereinschef Christian Pöllmann hielt gestern schon einmal etwas in den Händen, das man eigentlich nur mit Samthandschuhen anfasst.

Plauen.

Moritz Georg Weidmann war Buchhändler und Verleger. Er lebte von 1686 bis 1743 und hat im Jahre 1724 eine Schrift mit einem ellenlangen Titel herausgebracht, der über die ganze Titelseite reicht. Kurz und knapp kann man sagen, dass es sich um eine Chronik Sachsens von seiner Entstehung bis eben in die Zeit der Entstehung dieses Werkes mit mehr als 1100 Seiten handelt. Das Buch ist kein Nachdruck, sondern ein Original aus dem 18. Jahrhundert, betonte der Vorsitzende des Komturhofvereins, Christian Pöllmann, gestern bei der Übergabe durch Ravinder Stephan Singh Sud von der Sparkasse Vogtland. Das Kreditinstitut hat den Ankauf finanziert.

"Wir unterstützen den Komturhofverein schon seit längerem. Wir haben ja die gleiche Adresse: Am Komturhof", sagte der Bereichsleiter Vorstandsstab des Kreditinstitutes. Die alte Schrift stellt das zweite wertvolle Archivgut der Förderer des Komturhofes dar: "Wir haben bereits eine Chronik des Deutschen Ordens von 1680", sagt Vereinsmitglied Andreas Dick, der bei Veranstaltungen und Anlässen gern als Hochmeister des Deutschen Ordens, Heinrich von Plauen, auftritt. Das Plauener Konventsgebäude im Komturhof ist das einzige erhaltene Gebäude dieses Ordens in Mitteldeutschland.

"Wir bauen eine Bibliothek auf zu diesem Thema", erklärt Christian Pöllmann. Allerdings wird das keine Bibliothek im herkömmlichen Sinne, in die man hineinspazieren und dann durch Seiten der Chronik blättern kann. "So etwas fasst man nur mit Handschuhen an", machte der Vereinschef klar. Ob die aufgeblättert Chronik eventuell mal in einer geschützten Vitrine zur Ansicht zu sehen sein wird, ist noch unklar.

Wer nicht so lange warten will, der wird bei der Bayerischen Staatsbibliothek fündig. Dort lassen sich die "Sächsische Merckwürdigkeiten Oder Vollständige Alte, Mittle und Neue Historie von Sachsen Und dem Durchlauchtigsten Chur und Fürstlichen Hause so dasselbe beherrschet ..." aufrufen und digital durchblättern. "Wir geben also gerne zu, dass der Name der Franken, Bayern und Alemannen eher bekannt gewesen, als man etwas von dem Namen der Sachsen gehört hat", steht da nach langer Vorrede auf der zweiten Seite zu den Anfängen geschrieben. Als Autor ist Johann Christoph Rüdiger angegeben. Weidmann war der Verleger.

Auch in Sachen Veranstaltungen wird es demnächst eine Rarität geben im Komturhof. Der elfjährige Pianist Ben Lepetit aus Chemnitz, der jüngst auch bei den Stelzen-Festspielen auftrat, spielt am 25. August, ab 19 Uhr im Konventsgebäude. TV-Zuschauern ist er aus der ARD-Show "Klein gegen Groß - Das unglaubliche Duell" bekannt. Dort hat der Jungstudent der Hochschule für Musik in Weimar allein an Bewegungen der Dämpfer im Inneren eines Flügels klassische Musikstücke erkannt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...