Kopflose Kreisentsorgungsgesellschaft: Interimschef arbeitet für drei

Lars Beck springt nach dem überraschenden Ausscheiden der bisherigen zwei Geschäftsführer bei der kreiseigenen Müllentsorgungsfirma im Vogtland ein.

Plauen/Oelsnitz .

Für die Kreisentsorgungsgesellschaft Vogtland (Kev) ist nach dem überraschenden Ausscheiden ihrer bisher zwei Geschäftsführer eine Übergangslösung gefunden: Auf Wunsch von Landrat Rolf Keil (CDU) übernimmt Lars Beck die Interims-Geschäftsführung. Der Dezernent und Wirtschaftsförderer des Landratsamtes wurde am Donnerstag in einer Gesellschafterversammlung der kreiseigenen Müllentsorgungsfirma in die neue Funktion berufen, teilte die Kreisbehörde abends mit. Beck übernehme die Aufgabe für eine Übergangszeit, bis durch die laufende Ausschreibung ein neuer Geschäftsführer gefunden ist, heißt es. Bewerbungsschluss dafür ist am 28. Februar. Seine eigentliche hauptberufliche Tätigkeit als Leiter des Geschäftsbereiches Wirtschaft, Umwelt und Bau im Landratsamt wird Beck weiter ausüben, hieß es auf Nachfrage aus der Kreisverwaltung. Der Oelsnitzer Jurist ist mit den Strukturen der Abfallwirtschaft und ihren unterschiedlichen Firmen vertraut: Er ist seit Jahren Mitglied der Aufsichtsräte sowohl der Kev und ihrer Tochterfirma Glitzner Entsorgungs GmbH sowie der Betreibergesellschaft Deponie Schneidenbach GmbH mit ihrer stillgelegten Abfallbehandlungsanlage in Oelsnitz. Die Mandate für die Aufsichtsräte aller drei Gesellschaften legte Beck mit sofortiger Wirkung nieder. In der Vorwoche hatten Beschäftigte der kreiseigenen Müllgesellschaft Kev in einem Warnstreik vor dem Landratsamt eine tarifliche und gerechte Entlohnung gefordert. Seit über einem Jahr geführte Tarifverhandlungen hatten zu noch keinem Ergebnis geführt. Zu den Forderungen der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft Verdi hat sich das Landratsamt nach dem Warnstreik noch nicht geäußert. In der Gesellschafterversammlung am Donnerstag wurden außerdem die bisherigen Geschäftsführer Marcel Sämann und Jörg Blei formell abberufen. Sie scheiden auf eigenen Wunsch aus.

5Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
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    Tauchsieder
    24.01.2020

    Entschuldigung! Natürlich in der Beurteilung und nicht in der Bewerbung!

  • 2
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    Tauchsieder
    24.01.2020

    Aber "Bubo.....", wer sich irgendwo bewerben möchte (wird er zwar nicht mehr) der ist mit den Worten in seiner Bewerbung ... er hat sich stets bemüht .... schon gleich mal durchgefallen.
    Gäb es eine Amtshaftung wäre er ein armer Mann.
    Das mit dem "Verdienten Beamten des Vogtlands" sollte unbedingt noch einmal überdacht werden.

  • 4
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    BuboBubo
    24.01.2020

    Informationspolitik, Abfallentsorgung, Industrieansiedlung, Naturschutz, Kindeswohl, Kulturförderung, Zivilcourage, Jugendarbeit, Bürgernähe – alles hat einen Namen.

    „Er war stets bemüht, die Anforderungen zur Zufriedenheit zu erfüllen.“

    Wie wäre es mit einer Pensionierung nach Ableistung der Mindestwartezeit von 5 Jahren zum 01.09.2020 (sozialverträglich für den einen, chancenstiftend für das Wahlvolk) - verbunden mit dem Ehrentitel „Verdienter Beamter des Vogtlandes“?

  • 3
    0
    Cleaner1955
    23.01.2020

    Wann werden hier endlich arbeitsrechtliche und disziplinarische Maßnahmen gegen die Verantwortlichen des Landratamtes eingeleitet und die Kreisräte ihrer Verantwortung gegenüber dem Bürger gerecht und setzen dem arroganten Verhalten des Herrn Keils und des Herrn Schautschik endlich ein Ende?
    Es wird aller höchste Zeit, dass die beiden unfähigen Mitarbeiter des LRA`s endlich zur Verantwortung gezogen werden!

  • 10
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    MPvK87
    23.01.2020

    Spannend.
    Dieses Chaos dort soll nun "nebenberuflich" gelöst werden.
    Tolle Idee von dem m.E. Besten Landrat dieser Republik.



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