Krätze: Landkreis informiert die Eltern

Hautkrankheit unterliegt nicht der Arztmeldepflicht - Hygiene wichtig

Plauen.

Nach einem Anstieg von Krätze-Fällen im Vogtlandkreis versucht das Gesundheitsamt, Kindereinrichtungen zu sensibilisieren, um ein Ausbreiten der Hauterkrankung zu verhindern. Zudem berate man betroffene Familien und empfehle ihnen, ihr Umfeld zu informieren, so Anika Mehlis, die in der Behörde für Hygiene und Umweltmedizin zuständig ist.

Vergangene Woche war eine Erkrankung an einer Plauener Grundschule bekannt geworden. Das Kind sei inzwischen wieder gesund und habe eine Gesundschreibung des Arztes vorgelegt, teilt Heike Herold mit, Leiterin der Grundschule Kuntzehöhe. Die Mutter eines Schülers hatte kritisiert, erst spät über die Erkrankung informiert worden zu sein. Das Gesundheitsamt hatte einen Elternbrief geschrieben und über die Schule an die Familien verteilen lassen. Heike Herold erklärt den Ablauf: "Wir melden einen Fall, sobald wir davon erfahren, dem Gesundheitsamt. Das entscheidet, ob es einen Elternbrief herausgibt. Den Brief haben wir auf Deutsch erhalten und mussten ihn in drei weitere Sprachen übersetzen lassen. Dazwischen lag ein Wochenende."

Für Krätze besteht keine Arztmeldepflicht, heißt es aus dem Gesundheitsamt. Tritt die Krankheit jedoch in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen oder Pflegeheimen auf, ist sie vom Leiter der Einrichtung an das Gesundheitsamt zu melden. Seit Jahresbeginn seien im Landkreis 102 Fälle registriert worden. "Wir versuchen, durch Befragung die Infektionsquelle herauszufinden, geben Hinweise zur Behandlung und zu den Maßnahmen, die im Haushalt ergriffen werden müssen", so Anika Mehlis.

Ein Plauener Dermatologe bestätigte schon im Frühjahr im Gespräch mit "Freie Presse", dass es für Betroffene und selbst für Hautärzte schwierig sei, die Krankheit auf Anhieb zu erkennen. Denn unter den heutigen guten hygienischen Verhältnissen entwickelt sich nicht das Vollbild der Erkrankung.

Die Ausbreitung der Krätze wird immer wieder mit der Zuwanderung in Verbindung gebracht. Das Gesundheitsamt betont, dass es sich um eine in der Bevölkerung immer vorhandene Erkrankung handelt. Ein Grund für Schwankungen sei die Immunitätslage in der Bevölkerung. nij/manu

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