Kunstfestival Ibug steigt 2019 in Reichenbach

Internationale Künstler versehen Industriebrachen mit Malerei, Graffiti und Installationen. Eines ist dabei aber noch offen.

Das Wandbild von Jens "Tasso" Müller gehörte 2015 zu den temporären Kunstwerken des Kunstfestivals Ibug in Plauen.

Für Sie berichtet: Gerd Betka

Gerade ist in Chemnitz das weltweit bekannte urbane Kunstfestival Ibug 2018 zu Ende gegangen, da richten sich die Blicke schon auf die nächste, die 14. Auflage: Sie findet im kommenden Jahr in Reichenbach statt.

Ibug steht für Industriebrachen-Umgestaltung. Das Festival gibt es seit 2006 jährlich in Westsachsen, 2015 machte es in Plauen Station. Die Macher, ein Team aus Ehrenamtlichen, suchen sich verfallene Industriebrachen, die dann mit Malerei, Graffiti, Installationen und Multimediakunst versehen werden. Das Ergebnis wird jeweils Ende August/Anfang September öffentlich präsentiert.

"Im Juni vorigen Jahres sind wir zum Tag der Architektur schon mal in Reichenbach präsent gewesen. Im Kunstprojekt 'Lebens-Art' im Rohbau der Wohnungsbaugesellschaft am Solbrigplatz waren einige Ibug-Künstler aktiv. Da haben wir mal rangefühlt und die Augen offen gehalten. Dann fiel die Entscheidung, dass wir mit dem Festival nach Reichenbach kommen", erklärt Projektmanager Thomas Dietze. Das Ibug-Festival kehrt damit quasi zu seinen Wurzeln zurück: in kleinere Städte. "Der Reiz in einer Kleinstadt liegt darin, dass wir gewollt und gewünscht sind und uns die Nachbarn in der Regel sehr aufgeschlossen begegnen", so Dietze.

"Das ist eine super Sache", sagt Reichenbachs Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU). "Für unsere Stadt ist das die Chance, mit international bekannten Künstlern und Sprayern eine Woche lang Publikum anzuziehen." Man habe zwar schon viele große Veranstaltungen in der Stadt gehabt, aber Street-Art noch nicht. Die Stadt werde sich finanziell und bei Sicherungsmaßnahmen an noch auszuwählenden Industriebrachen einbringen. Auch Kulturraum-Gelder seien beantragt.

"Wir freuen uns sehr und unterstützen das Ganze nach Kräften", sagt Severin Zähringer, Vorsitzender des Fördervereins Kunsthalle Vogtland in Reichenbach. "Und wir werden sehen, wie wir uns selbst betätigen können", fügt er hinzu.

In diesem Jahr beteiligten sich am Ibug-Festival in Chemnitz rund 130 Künstler aus 18 Ländern. 18.000 Besucher kamen. "Es wird wieder so bunt, aber wahrscheinlich etwas kleiner", blickt Projektmanager Thomas Dietze voraus. Gerne biete man das Festival auch lokalen Künstlern als Plattform an, die Lust haben, mit Architektur und Geschichte eines Ortes zu spielen. "Bis Januar nehmen wir auf unserer Internetseite Bewerbungen entgegen", sagt er. www.ibug-art.de

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