Kuntzehöhe beteiligt sich an Inklusions-Pilotprojekt

An der Grundschule in Neundorf lernen jetzt Abc-Schützen mit und ohne Förderbedarf gemeinsam in einer Klasse. Der Test soll Aufschluss geben, wie Inklusion aktiv gestaltet werden kann.

Plauen.

Wenn Vorschulkinder andere beißen, wenn sie sich verbal streiten, nicht konzentrieren können, dann heißt es oft, sie seien nicht reif für die Schule. Oder sie werden von Beginn an als Sonderförderschüler eingestuft. Ein Pilotprojekt des Freistaates an der Grundschule Kuntzehöhe macht jetzt Schluss mit dem Abstempeln dieser Abc-Schützen. Sie ist eine von 18 sächsischen Grundschulen, an denen in der 1. Klasse getestet wird, ob die Steppkes wirklich einen erhöhten Förderbedarf haben. Ein solcher wird bei der Schuleingangsuntersuchung festgestellt und kann sieben verschiedene Bereiche betreffen: "Sehen, Hören, geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung", erklärt Heike Herold, Direktorin der Kuntzehöhe.

Dort setzt das Projekt an, wie die Schulleiterin jüngst im Bildungsausschuss des Plauener Stadtrates verdeutlichte. Was die Kinder zum Beispiel im Lernen und emotional-sozial draufhaben, wird beobachtet und ausgewertet. Ein Lehrer allein schafft das freilich nicht, deshalb unterstützt "bei schwierigen Unterrichtssequenzen", aber auch in den Pausen eine pädagogische Lehrkraft. So werde insgesamt eine positive Lernatmosphäre geschaffen, sagt Herold. Ihr Auftrag lautet, die Inklusion in Sachsen aktiv mitzugestalten. Über das Pilotprojekt muss die Schulleiterin dem sächsischen Landtag berichten. Der entscheidet dann bis zum 30. Juni 2022, ob Erstklässler mit und ohne Sonderförderbedarf prinzipiell erst einmal gemeinsam lernen sollen. Ab der 2. Klasse könne neu über Förderung der laut Herold "verhaltensoriginellen Kinder" nachgedacht werden. Nachmittags wird übrigens nicht für das Pilotprojekt evaluiert. "Ich finde es tragisch, dass der Hort nicht einbezogen ist", so Elke Ordnung-Posner. Die Leiterin der Kita Pusteblume sitzt als sachkundige Einwohnerin für die SPD/Grüne/Initiative im Ausschuss. Mit der Meinung war sie nicht allein. Aber das seien die Vorgaben des sächsischen Kultus-Ministeriums, so Herold.

An der Grundschule Kuntzehöhe lernen derzeit 170 Kinder, es unterrichten zwölf Lehrer. Zudem gibt es neben der pädagogischen Fachkraft einen Schulassistenten, eine Integrationsbeauftragte und eine Einzelfallhelferin. Am Pilotprojekt der Kuntzehöhe nehmen nur Kinder teil, die im Einzugsbereich der Schule wohnen.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...