Landeserntedankfest: Wo sollen Gäste parken?

Zwischen 35.000 und 50.000 Besucher werden Anfang Oktober in Oelsnitz erwartet. Irgendwo müssen sie ihr Auto abstellen. Die Überlegungen fürs Parkkonzept sorgen im Stadtrat jedoch auch für Skepsis.

Oelsnitz.

Für das 23. Sächsische Landeserntedankfest vom 2. bis 4. Oktober will die Stadt Oelsnitz auf Großparkplätze am Stadtrand verzichten. Stattdessen werde ein dezentrales Parkkonzept erarbeitet, das viele kleinere Parkplätze im Stadtgebiet sowie zum Parken geeignete Straßen einbezieht. "Wir sind gerade dabei, die Parkräume zu erfassen", informierte Hauptamtsleiter Hannes Schulz. Auch die Frage, wo Anwohner ihre Autos dann parken, spiele dabei eine Rolle.

Kann so ein Konzept aufgehen? Als René Buze (FOB) am Mittwochabend beim Tagesordnungspunkt Landeserntedankfest die Fragen nach dem Parkkonzept an Hannes Schulz richtete, war hörbar Skepsis mit dabei. Schließlich sind Wiesenparkplätze mit Shuttleverkehr ins Stadtzentrum bei Großveranstaltungen wie etwa dem Tag der Sachsen durchaus üblich. Das Kuratorium des Landeserntedankfestes, das bei allen Organisationsfragen mitspricht, habe jedoch aus der Erfahrung von 22 Landeserntedankfesten andere Wünsche an die Stadt herangetragen. "Die Besucher wollen soweit wie möglich ans Festgelände heranfahren", gibt Schulz die Order wieder. Wiesenparkplätze würden nicht angenommen. Die Stadt Oelsnitz habe das zur 650-Jahr-Feier im Jahr 2007 selbst erlebt, als eine Parkplatz-Wiese am Willy-Brandt-Ring nahezu ungenutzt geblieben sei.

Beim angestrebten dezentralen Parkkonzept sollen Parkplätze wie am Freibad Elstergarten ausgewiesen werden. Auch an Supermarktparkplätze werde gedacht, war im Stadtrat zu hören. Genannt wurde ebenfalls die Untermarxgrüner Straße. Ziel sei es, so Schulz, Autofahrer organisiert zu den entsprechenden Flächen zu lotsen. Diese Aufgabe sollen Ordner, Verkehrskadetten und Feuerwehrleute übernehmen. Es werden darüber hinaus Busse beziehungsweise eine Bimmelbahn unterwegs sein, um Besucher bequem von A nach B zu bringen.

Das Festgelände selbst erstreckt sich zwischen Marktplatz und Schloss Voigtsberg auf einer Länge von 1,8 Kilometer. Dort sind verschiedene Themenzonen geplant, in denen sich die Akteure des Festes präsentieren. Zu sehen gibt es beispielsweise Landmaschinen- oder Forsttechnik. Auch Gastronomen und Händler werden erwartet. Programm gibt es auf fünf Bühnen mit unterschiedlicher Ausrichtung, wie Daniel Petri von der Oelsnitzer Kultur GmbH informierte. Auf dem Marktplatz befindet sich die Hauptbühne und ein Festzelt.

Ein Höhepunkt ist der Festumzug mit 45 Themenbildern am Sonntag zwischen 11.30 und 13.30 Uhr. Er startet nach dem Festgottesdienst an der St. Jakobikirche. Beteiligt sind Mitwirkende aus ganz Sachsen, aber auch aus der Stadt. "Wir werden die Schulen, Kindergärten und einheimische Vereine ins Boot holen", kündigte OB Mario Horn (CDU) an.

Das Ausrichtung des Festes, das wurde durch Petris Ausführungen deutlich, ist ein Kraftakt für Oelsnitz. "Natürlich ist es viel Arbeit, aber wir wuppen das", zeigte sich Waltraud Klarner (Linke) optimistisch. "Es wird schon wieder viel zu viel kritisiert." Zuvor hatte Ulrich Lupart (AfD) davon gesprochen, die Stadt sei "übertölpelt" worden. "Es war kein Bewerber vorhanden und Oelsnitz hat sich gemeldet", so Lupart. Mario Horn wies das zurück. "Wir haben einen Beschluss gefasst und über alles informiert."


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