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Landeshochwasserzentrum: Lokale Sturzfluten im Vogtland möglich

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Ein Schwerpunkt des Dauerregens könnte mit großer Wahrscheinlichkeit das Vogtland sein. Wann welche Alarmgrenzen an der Weißen Elster erwartet werden.

Plauen.

Das Landeshochwasserzentrum hat Freitagmittag die Hochwasserwarnung für das gesamte Vogtland erneuert und noch einmal verschärft, da mit dem Einzug des Tiefs aus Oberitalien starke Niederschläge in Sachsen drohen. Ab Freitagabend wird Dauerregen mit bis zu 40 Litern pro Quadratmeter erwartet. Der Schwerpunkt liege dabei auf dem Vogtland und Westsachsen.

Für Samstagmittag bis in die Nacht zum Sonntag warnt die Behörde vor schweren Gewittern mit teils heftigem Starkregen. Dabei seien lokal unwetterartige Regenmengen von 20 bis 40 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde möglich.

Sonntagabend soll sich die Wetterlage laut der Prognose beruhigen.

Für die Flussgebiete Obere Weiße Elster und die Mulde sind Hochwasserwarnungen aktiv. „Aus jetziger Sicht wird das Vogtland im Oberlauf der Weißen Elster am stärksten von Hochwasser betroffen sein“, warnen die Verantwortlichen. Die Wasserführung wird bereits Freitagnacht deutlich ansteigen, so die Prognose. In den Flussgebieten der Oberen Weißen Elster und Mulde könnten vereinzelt Hochwassermeldegrenzen bis zum Richtwert der Alarmstufe 2 überschritten werden.

Das setzt sich am Samstag fort: Bei gewittrigem Starkregen mit Niederschlagsmengen von 20 bis zu 40 Litern pro Quadratmetern in einer Stunde bestehe laut der Warnung „die Gefahr lokaler Sturzfluten und kleinräumiger Hochwasser“. Dabei seien in den Flussgebieten der Oberen Weißen Elster und Mulde vereinzelt kurzzeitige Überschreitungen der Richtwerte der zweithöchsten Alarmstufe 3 nicht auszuschließen.

Ein Überschreiten der Richtwerte der höchsten Alarmstufe 4 sei in den sächsischen Flussgebieten laut der Behörde aus jetziger Sicht nicht zu erwarten.

Die Bevölkerung wird gebeten, im Falle von Hochwasser auf die eigene Sicherheit zu achten und sich von Flüssen fernzuhalten. Bei Starkregen mit Wassereinbruch sollten Keller, Tiefgaragen und Unterführungen nicht betreten werden. Überflutete Bereiche sollten nicht mit Autos durchfahren oder zu Fuß durchquert werden.

Für das Vogtland und Südwestsachsen war am späten Mittwochnachmittag eine erste amtliche Hochwasserwarnung herausgegeben worden. Im Vogtland betrifft die Warnung die Flussgebiete Mulde und obere Weiße Elster. Gewarnt wird von Freitag bis Sonntag vor einer Vb-Wetterlage mit ergiebigem bis „extrem ergiebigem und teils gewittrigem Dauerregen“. Lokal könnten bis zu 150 Liter pro Quadratmeter Regen innerhalb von 48 Stunden fallen. Das Überschreiten von Meldegrenzen an Fließgewässern sei ab der Nacht zu Sonnabend zu erwarten.

Wetterexperte Jörg Kachelmann hatte bereits am Morgen eine Warnung für Hochwassergefahr im Vogtland und Westsachsen veröffentlicht. Die neuesten Wettermodelle zeigen Alarmierendes: „Die Schwerpunkte für extremen Dauerregen ab Freitag von den Allgäuer Alpen und zum Samstag Vogtland/Westsachsen scheinen sich zu bestätigen“, so Kachelmann. Das würden nicht nur die neuesten Berechnungen zeigen, sondern auch Vorhersagemodelle, die Schwerpunkte lokaler Spitzenwerte abschätzen. Das Vogtland ist dabei explizit benannt, mit Regenmengen von in der Spitze 137 Litern pro Quadratmeter.

Seitens der Landestalsperrenverwaltung hieß es auf Nachfrage, dass die Talsperren im Vogtland derzeit über genügend Rückhalteräume verfügen. Ein Puffer für etwaigen Starkregen sei aktuell vorhanden. Mit der Warnung des Landeshochwasserzentrums soll nun zusätzlicher Freiraum für die Aufnahme des Hochwassers geschaffen werden, hieß es.

Die Untere Wasserbehörde sei in Bereitschaft und beobachte die Vorhersagen sowie Pegelstände der Gewässer, lautete die Auskunft aus dem Landratsamt. Ein Krisenstab stellte sich am Mittwoch auf.

Unterdessen hat Falkenstein bereits das diesjährige Straßenfest aufgrund der Wetterprognose abgesagt. Im Plauener Ortsteil Jößnitz wurde das Kinderfest auf nächsten Samstag verschoben.

2013 hatte Hochwasser der Weißen Elster in den ersten Junitagen für Überschwemmungen und schwere Schäden im Vogtland gesorgt — allerdings nach vier Tagen Dauerregen. (nij)

 
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