Landleben von einst bereichert Ruinenfest

Handgemachte Musik, kollektiver Sauerbraten-Schmaus und historische Landmaschinen-Technik. De Gockeschen luden übers Wochenende zum 27. Ruinenfest nach Liebau ein.

Liebau.

Das große Klößerollen zum kollektiven Sauerbraten-Schmaus ist Kult in Liebau. Während die Netzschkauer Musikanten gestern im Festgelände der Gockeschen an der Burgruine Liebau zum Frühschoppen aufspielten, herrschte an der Sauerbraten-Front schon rege Betriebsamkeit. Pünktlich um 12 Uhr gab Chefkoch Steffen Härtwig das Signal zur Essensausgabe. Längst hatte sich dort eine Warteschlange gebildet. Im nächsten Moment wurden die ersten von rund 600 Klößen aus dem umfunktionierten Waschkessel gefischt. Obwohl der Sommer am Wochenende eine Pause einlegte, verbreiteten die Gastgeber des 27. Ruinenfestes gute Laune.

Unter dem Motto "Lieber gelacht, geliebt und gefeiert als geleiert" gaben die Musikanten in der Remise handgemachte Musik zum Besten. Vereins-Chefin Anne Schwegler animierte das Publikum immer wieder zum Mitsingen. Besonders gut klappte das zum Festauftakt am Freitagabend. Jeder, der Lust hatte, konnte sich zum Musikanten-Stammtisch einfinden. Mitglieder der Folkloregruppe Plauen ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen und mischten in feuchtfröhlicher Runde munter mit. "Das war ein toller Abend", blickte die Frontfrau von De Gockeschen auf den geselligen Festauftakt zurück. Mit von der Partie waren die Musikanten von Kantholz aus Neuhaus am Rennweg. Die Thüringer sorgten auch am Samstag noch einmal für Stimmung in der urigen Atmosphäre der Remise. Immer dann, wenn es programmtechnisch möglich war, surrte und tuckerte die alte Landmaschinen-Technik.

Vereinsmitglied Jörg Gemeinhardt beantwortete mit seinem Mitstreiter Jens Bieber die Fragen der neugierigen Besucher. Die Gespräche drehten sich natürlich auch um den geplanten "Kulturbahnhof". Erst kürzlich wurde die historische Wartehalle am Bahnhof Rentzschmühle abgetragen. Inzwischen befindet sich das nummerierte Baumaterial auf einem Lagerplatz. Später soll das Fachwerk-Häuschen im Vereinsgelände originalgetreu wieder aufgebaut werden und zu Veranstaltungen als Bühne dienen. Das Areal gehört zum Geschichts- und Naturpark Liebau. Gestützt wird das Projekt von der Gemeinde Pöhl. Der Fördermittelantrag ist auf den Weg gebracht. Nach ersten Schätzungen kostet die Realisierung des Vorhabens rund 35.000 Euro. Die Initiatoren hoffen auf eine 50-prozentige Förderung aus dem Leader-Programm des Freistaates zur Entwicklung des ländlichen Raumes. "Das wäre optimal." Mit der Denkmalschutzbehörde sei alles besprochen. Noch lassen der Fördermittel-Bescheid und die Baugenehmigung auf sich warten.

Gemeinhardt kann es kaum erwarten, dass die Arbeiten beginnen. "Wir wollen dieses Jahr noch fertig werden." Bevor das Gebälk wieder zusammengesetzt wird, müssen zunächst Fundamente gesetzt werden. Der "Gockesche" ist überzeugt, dass die neue Bühne das gesamte Areal aufwertet. "Die Fachwerk-Optik passt in unser Gelände."

Für den Verein ist 2018 das Jahr der Investitionen. Die Verantwortlichen ließen bereits eine neue Heizungsanlage für die Vereinsräume oberhalb des Festgeländes installieren. Zudem wurde eine Dachseite der Remise komplett mit Blech verkleidet.

Zum Tag des offenen Denkmals - er findet in diesem Jahr am Sonntag, 9. September statt - laden De Gockeschen erneut an die Burgruine nach Liebau ein.

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