Marx-Schule: "Wir sind alle Kinder einer Welt"

Erneuter Nazi-Auftritt in Plauen - Kretschmer wirbt für Behindertenfest

Plauen.

Sachsens Ministerpräsiden Michael Kretschmer (CDU) ruft auf Twitter dazu auf, am Samstag nach Plauen zu fahren. Zeitgleich finden im Stadtzentrum ein Behindertenfest der Diakonie und eine Veranstaltung der rechtsextremistischen Partei Der Dritte Weg statt. "Das lassen wir uns nicht bieten", twitterte Kretschmer, nachdem bekannt wurde, dass Standbetreiber des Behindertenfestes aus Angst abgesagt haben sollen. "Wir stehen zusammen und schützen gerade auch unsere Mitmenschen mit Behinderungen", so Kretschmer weiter.

Landrat Rolf Keil (CDU) hat angekündigt, am Samstag ein Zeichen für ein buntes und lebensfrohes Plauen zu setzen. "Keiner braucht Angst zu haben, auf die Straße zu gehen", heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes. Man wolle gemeinsam ein Straßenfest feiern. "Plauen und das Vogtland werden einmal mehr zeigen, wie bunt und weltoffen sie sind", so die Behörde.


Die Diakonie hatte ihren Aktionstag "Voll normal" langfristig geplant für den 25. Mai und ein Theaterstück geprobt, das an dem Samstag im Theater gespielt werden soll. Zu Wort meldet sich auch die Leiterin der Karl-Marx-Grundschule, Undine Schneider. In der größten Grundschule der Stadt läuft seit dem gestrigen Montag eine Projektwoche zum Thema Integration unter dem Motto "Wir sind alle Kinder einer Welt". Höhepunkt soll am Freitagabend eine Schulaufführung in der Wieprecht-Sporthalle vor rund 1000 Gästen sein. "Wir wollen zeigen, dass Kinder keine Vorurteile haben und nicht fragen: Was machst du hier?", sagt Undine Schneider.

Unter den 350 Schülern seien rund 80 Kinder aus dem Ausland, insgesamt fast 20 Nationen. "Die Kinder sind vollkommen integriert. Sie machen uns vor, wie man friedlich miteinander lebt", sagt die Rektorin. Die Projektwoche sei langfristig geplant gewesen. Jedes Kind soll in seiner Grundschulzeit einmal mit dem Thema "Eine Welt" bewusst in Berührung kommen. Das Thema sei aktueller denn je.

An der Grundschule waren am 1. Mai Rechtsextreme vorbeimarschiert. In den vergangenen Jahren hatte es im Zuge von Neonazi-Aufmärschen Ausschreitungen vor der Schule gegeben. Der Garten und ein Zaun hatten Schäden erlitten. Undine Schneider trat damals in die Öffentlichkeit und wehrte sich. (mit nd)

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