Messerangriff: Polizeischutz für verletzten Helfer

Ein junger Ukrainer geriet zwischen die Fronten. Ermittelt wird jetzt gegen einen Afghanen wegen versuchten Totschlags.

Plauen.

Die Ermittlungen der Kripo zeichnen inzwischen ein klareres Bild der Messerstecherei am Dienstag in der Plauener Innenstadt. Zugleich zeigt die Polizei im Helios Vogtland-Klinikum demonstrativ Präsenz. Vor allem, "um Resonanztaten verhindern zu können", wie Polizeisprecher Patrick Franke am Freitag auf Anfrage der "Freien Presse" erklärte.

Der Schutz gelte besonders einem jungen Ukrainer. Der 18-Jährige wollte bei dem Streit helfen und erlitt lebensbedrohliche Verletzungen. Der Schutz umfasse natürlich auch die Mediziner und Pflegekräfte des Plauener Klinikums. Doch warum ist all das erforderlich?

Die Beteiligten des am Dienstagmittag im Bereich der Melanchthonstraße, unweit des Wendedenkmals, eskalierten Streites gehören drei Nationalitäten an. Patrick Franke erläutert den Tathergang nach derzeitigem Ermittlungsstand: Als sich ein Streit zwischen zwei Gruppen hochschaukelte, stach ein 20-jähriger Afghane auf einen 19-jährigen Syrer ein und verletzte ihn. Ein dazukommender 18-jähriger Ukrainer ging dazwischen, um zu helfen, und wurde von dem Afghanen mit einem Küchenmesser "lebensbedrohlich verletzt", wie der Polizeisprecher betont. In der Zwischenzeit konnte sich der Syrer trotz seiner Stichverletzung aufrappeln und den Afghanen niederschlagen, der dabei ebenfalls Verletzungen erlitt.

Die Ermittlungen umfassen jetzt den "kompletten Sachverhalt", wie es Polizeisprecher Franke formuliert. Gegen den 20-jährigen Afghanen wird demnach wegen versuchten Totschlags ermittelt. Haftbefehl wurde erlassen. Er konnte das Krankenhaus verlassen und wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Um welches Gefängnis es sich handelt, das verrät die Polizei nicht. Wegen Körperverletzung wird auch gegen den Syrer ermittelt.

Die Eskalation der Gewalt in Plauen löst große Besorgnis aus: in der Bevölkerung, aber auch unter den friedliebenden Migranten. Schaukelt sich all das zu einer Art Bandenkrieg auf? Inzwischen ist das kein Einzelfall mehr. Bereits im August eskalierte ein ähnlicher Streit und schwappte aus einer Wohnung an der Seumestraße heraus. Vier durch Messerstiche teils Schwerverletzte gab es. Ein 24-jähriger Afghane hatte ein Messer auf eine Anwohnerin geworfen. Die kam nur deshalb davon, weil sie blitzschnell das Fenster schließen konnte.

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