Messerstecherei am Plauener Wendedenkmal: 20-Jähriger bekommt Bewährung

Das Landgericht Zwickau verurteilte den jungen Mann zu zwei Jahren Haft nach dem Jugendstrafrecht. Das Messer hatte der junge Mann erst Minuten vor der Tat in einem Fachgeschäft gekauft.

Zwickau/Plauen. Nach einem lebensgefährlichen Streit am Plauener Wendedenkmal hat das Landgericht Zwickau am Montag einen 20-jährigen Afghanen wegen versuchter Tötung verurteilt. Der junge Mann hatte im Oktober zwei Rivalen mit einem Küchenmesser verletzt, einen davon lebensgefährlich. Das Messer steckte dabei so fest im Rücken des Ukrainers, dass die Ärzte einen mechanischen Hebel konstruieren mussten, um es herauszuziehen. Zuvor hatten unter anderem zwei Pfleger versucht, es gemeinsam aus den Rippen zu bekommen.

Das Landgericht Zwickau verurteilte den jungen Mann zu zwei Jahren Haft nach dem Jugendstrafrecht. Die Strafe setzte das Gericht auf Bewährung aus, weil er bereits seit Oktober in Untersuchungshaft saß. Da er keine Vorstrafen hat, hob es den Haftbefehl auf.

Bei der Auseinandersetzung im Oktober trafen offenbar rivalisierende Gruppen verschiedener Nationen aufeinander. Der 20-Jährige hatte sich das Messer unmittelbar vor der Tat im WMF-Geschäft in der Stadt-Galerie gekauft. Zwischen dem Ausdrucken des Kassenbons und dem Notruf vergingen acht Minuten. Die gegnerische Gruppe habe damals alle Eingänge der Stadt-Galerie besetzt und den Afghanen in Bedrängnis gebracht, schilderten Zeugen. Daraufhin habe er sich ein Messer besorgt.


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