Ministerpräsident hört Kommunalpolitikern zu

Sachsens Ministerpräsident war am Freitag für ein Treffen mit der CDU-Stadtratsfraktion zu einem Kurzbesuch in Plauen. Was wurde besprochen?

Plauen.

Plauens Stadträte der CDU haben aus ihrem Herzen offenbar keine Mördergrube gemacht - und Ministerpräsident Michael Kretschmer hat ihnen geduldig zugehört. Fraktionschef Jörg Schmidts Fazit nach dem einstündigen Gespräch vom Freitag: "Der Ministerpräsident weiß, was los ist im Land. Er kennt Plauen gut und ist im Bilde."

Angesprochene Themen reichten von der Sicherheitslage über ÖPNV- und Kulturfinanzierung bis zum Hochwasserschutz. Fraktionschef Jörg Schmidt habe darauf hingewiesen, dass man sich in Bezug auf das Wirkung zeigende Alkoholverbot am Tunnel von einem neuen Polizeigesetz noch "deutlich bessere Möglichkeiten" erhoffe. Dann werde man auch auf die Verlagerung der Probleme in Richtung Theaterplatz und Musikschule reagieren können. Kretschmer sagte, dass es in Görlitz ähnliche Probleme gab, die auch dank begrenzter Videoüberwachung, überwunden worden seien.

Der frühere Fraktionschef Hansjoachim Weiß sprach Versäumnisse in der Finanzierung des Personennahverkehrs und Sorgen in Bezug auf die Finanzierung des Theaterstandortes an. Kretschmer sieht hier auch den Vogtlandkreis und den Kreis Zwickauer Land in der Pflicht, verwies zudem auf die verbesserte Kulturfinanzierung durch das Land. Fraktionsvize Lutz Kowalzick regte an, auch Behörden wieder nach Plauen zu verlegen. In der Standort-Konkurrenz zur nach wie vor kreisfreien Stadt Hof sei dies "unabdingbar". Ingo Eckardt regte an, die neue Studienakademie Plauen in eine reguläre Fachhochschule zu überführen. Kretschmer versprach, die Thema intensiv auf allen Ebenen zu diskutieren.

Straßbergs Ortsvorsteher Dieter Blechschmidt mahnte, dass der Freistaat dringend zentrale Hochwasserschutzmaßnahmen planen müsse. Zudem sprach er den stockenden Radwegebau an. Fraktionschef Schmidt zu den Ergebnissen: "Man kann nicht erwarten, dass einer kommt und sagt: Ich kläre das jetzt für Euch. So funktioniert Demokratie nicht. Wichtig ist, dass wir unbefangen über Probleme reden konnten und er unsere Signale aufgenommen hat."

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1Kommentare
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    1
    WilhelmTell
    20.08.2018

    Solche Auftritte werden sich häufen, der MP läuft sich für den Vorwahlkampf warm.
    Gelegentlich präsent sein und den Anschein erwecken zuzuhören dürfte leider nicht reichen. Man muss kein Schwarzseher sein um zu befürchten, dass es die CDU nach der Wahl nur noch in einer "Regenbogenkoalition" ~ "fast Allparteienregierung" an der Macht bliebe, oder sogar die AfD als stärkste Partei den MP stellen würde (wenn sie einen Koalitionspartner fände).
    Behaltet IHN, was besseres kommt selten nach!



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