Mit dem Bayern-Ticket schon ab Vogtland in Richtung Süden?

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Der geplante Deutschlandtakt der Bahn und ein neuer Nahverkehrsplan bringen wieder Bewegung in die Diskussion um die Anbindung der Region. Jetzt gibt es einen weiteren Vorschlag.

Welche Bahnangebote nützen den Vogtländern am meisten? Wo muss der Fokus bei der künftigen Entwicklung liegen? Derzeit kennt die Debatte eine klare Richtung: Möglichst schnell und ohne Umsteigen nach Leipzig und Berlin. Eine durchgehende S-Bahn-Verbindung von Plauen in die Messestadt ab 2025, verankert im neuen Nahverkehrsplan für das Vogtland, und eine mögliche Anbindung des Vogtlandes an eine Fernstrecke über Berlin bis an die Ostsee tragen diesen Wünschen aus Bevölkerung und Politik Rechnung.

Landtagsabgeordneter UIrich Lupart (AfD) blickt allerdings mehr in Richtung Süden. Hier sieht er Optimierungsbedarf - im Gegensatz zu den Verbindungen Richtung Leipzig und Berlin. Lupart: "Eine direkte Zugverbindung von Plauen nach Berlin ist ein Prestigeprojekt ohne Mehrwert, ähnlich dem gescheiterten Flughafen Hof/Plauen. Es gab diese Züge bereits und sie wurden mangels Auslastung wieder eingestellt. Es ist auch jetzt schon möglich, mit der Bahn von Plauen in vier Stunden nach Berlin zu fahren, mit Umstieg in Dresden."

Auch von einer Verlängerung der schnellen Leipziger S-Bahn S5X nach Plauen hält der Oelsnitzer nichts. Dies sei "unnötig und wahrscheinlich nur teuer", befindet er. "Die Fahrzeit wird sich nicht wesentlich verkürzen, da die bisherige Umsteigezeit in Werdau nur neun Minuten beträgt." Sehr viel flexibler und preislich eine wirkliche Alternative zum eigenen Fahrzeug seien hingegen Angebote im Nahverkehr mit entsprechenden Tickets. Diese seien ausbaubar. Lupart bringt das Bayern-Ticket ins Spiel, dessen Gültigkeit ausgedehnt werden könnte: "Momentan ist es so, dass die Fahrt von Plauen nach Hof gut die Hälfte vom Preis des Bayerntickets kostet, welches dann bis Salzburg oder an den Bodensee gültig ist. Ein Bayernticket Plus oder ein Bayern-Sachsen-Ticket wäre eine Lösung, die man ohne große Investitionen kurzfristig realisieren kann."

Was Lupart anspricht, spüren in der Tat viele Reisende, die Richtung Süden unterwegs sind: Mit dem Bayern-Ticket fährt ein Reisender in Nahverkehrszügen von Hof für 26 Euro bis nach Lindau an den Bodensee - einmal Bayern von Nord bis Süd - und erzielt damit maximale Reichweite. Die Fahrt von Hof nach Plauen, eine Kurzstrecke, kostet 12,50 Euro - was im Vergleich viel ist. Eine "Ticketlücke" sieht ÖPNV-Sprecherin Kerstin Büttner jedoch nicht. Sie verweist auf das Egronet-Ticket, gültig ganztägig im Vierländereck. Dieses Ticket kostet 22 Euro, für jede weitere Person sieben Euro mehr. Es lohnt sich damit in Kombination mit dem Bayern-Ticket also nur für jene, die als Familie oder Gruppe unterwegs sind.

Dass das Bayernticket für Vogtländer nicht abwegig ist, beweist ein Blick in andere Nachbarländer des weiß-blauen Freistaates: Sowohl die Nahverkehrs-Verantwortlichen angrenzender Regionen in Baden-Württemberg als auch in Thüringen haben ans Bayern-Ticket angedockt, Ulm und Sonneberg sind zum Vorteil dortiger Bahnkunden angebunden. Sogar bis nach Salzburg in Österreich gilt es. Das Vogtland bleibt indes außen vor. Das zu ändern, hatten 2008 Stadtchefs von Plauen und Hof schon einmal gefordert, allerdings ohne Erfolg. Auch derzeit steht es um die Idee wohl eher schlecht. "Eine Erweiterung ist unsererseits nicht vorgesehen", erklärt die ÖPNV-Sprecherin.

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