Mitfahrt in Plauener Straßenbahn verweigert

Mann mit E-Scooter vom Fahrer abgelehnt - Treffen soll Problem nun lösen

Plauen.

Ronny Maiberg ist empört. Vor einigen Tagen wollte er mit seinem E-Scooter am Stadtbad die Linie 4 der Plauener Straßenbahn in Richtung Chrieschwitz nehmen. Doch der Fahrer ließ ihn nicht in die Bahn, wie Maiberg erzählt. "Er hat mir gesagt, dass E-Scooter nicht mehr in der Plauener Straßenbahn befördert werden dürfen", schildert der Plauener. So geht es nicht, findet er.

Der 51-Jährige wünscht sich eine Regelung, dass er mit seinem E-Scooter im öffentlichen Personennahverkehr mitfahren kann. Wenn es denn einen Stellplatz für Rollstühle gibt und auch eine Einstiegshilfe, also eine Rampe. Auf die Frage von "Freie Presse", ob tatsächlich keine E-Scooter mehr in den Plauener Trams mitfahren dürfen, antwortete Hartmuth Förster, Betriebsleiter der Plauener Straßenbahn GmbH: "Über die Mitnahme von E-Scootern in Linienbussen wird seit Jahren gerichtlich gestritten. Von Straßenbahnen ist keine Rede." Erst mit einem Erlass der Länder aus dem Jahr 2017 über die Beförderungspflicht von E-Scootern mit aufsitzender Person in Linienbussen des ÖPNV sei dies geregelt worden. "Zu Straßenbahnen werden keine Ausführungen gemacht", erklärt Förster.

Auf die Frage nach einer künftigen Beförderung von E-Scootern verweist er auf eine Regelung der Plauener Straßenbahn. Darin heißt es, dass E-Scooter mit vier Rädern, die bis zu 1,2 Meter lang sind und inklusive aufsitzender Person nicht mehr als 300 Kilo wiegen, unter bestimmten Voraussetzungen mitfahren können: Es muss genug Platz in der Tram sein, die Rollstuhl- Stellplätze in der Bahn müssen auch für E-Scooter geeignet sein und der Hersteller muss "seinem" E-Scooter die Eignung zur Beförderung sozusagen bescheinigen. Außerdem muss der E-Scooter ein Bremssystem haben, das immer auf beide Räder einer Achse zusammen wirkt, rückwärts fahren können und auch gewisse Beschleunigungskräfte aushalten.

Da Ronny Maiberg sich nach dem Vorfall auch an die Straßenbahn gewandt hat, hat das Unternehmen ihn nun eingeladen, so Hartmuth Förster: "Wir werden mit ihm über Mitnahmemöglichkeiten sprechen." Maiberg bestätigte einen Gesprächstermin in wenigen Tagen.

Bewertung des Artikels: Ø 4 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...