Mühltroffer gestalten ihre Krippe selbst

Eine besondere Aktion gibt es in Mühltroff im Advent. Im Vorraum der Kirche erstellen die Mühltroffer ihre eigene Weihnachtskrippe. Die Idee brachte der Pfarrer aus Spanien mit.

Mühltroff.

Ein Weg aus Sand führt zur beleuchteten Krippe. Ringsum ist Grün zu sehen, vereinzelt stehen Tiere da und einige Figuren. Bis zum Heiligabend soll die Krippenszene vollständig sein. "Alle Mühltroffer sind eingeladen, dass wir unsere eigene Krippenlandschaft gestalten", sagt Rainer Sörgel, Pfarrer in Mühltroff. Grundlage war eine einfache Holzplatte. Jetzt ist noch viel Platz auf der bereits grünen Fläche. "Die Krippe haben wir gefunden, sie stand in der Kirche und ist von 1968." Sie war eine Spende von der Plauener Stadtmission.

Bernd Lindner aus Mühltroff hat die Elektrik installiert, jetzt leuchtet sie von innen heraus. "Bisher haben wir nur zwei Heilige Könige und einzelne Tiere." Es könnten außer den weiteren Figuren, die zur Krippenlandschaft gehören, noch ein Stall oder ein Gehege für die Tiere dazu kommen. "Die Figuren sollten nicht größer als 15 bis 20 Zentimeter sein", so der Pfarrer. Der Gedanke ist, dass jeder etwas dazu beiträgt, der möchte. Jemand brachte Sand für den Weg, der zur Krippe führt. An der Wand prangt ein größerer Strohstern. "Wir haben auch ein Gästebuch", berichtet Rainer Sörgel. Da kann man seine Gedanken zur Weihnachtskrippe und gute Wünsche zum Weihnachtsfest hinein schreiben." Bis Heiligabend soll diese fertig sein.

Wie er auf die Idee der Mühltroffer Krippe kam? "Mir war aufgefallen, dass es in Mühltroff außer dem Weihnachtsbaum am Schloss nichts gibt, wo man im Advent hingehen könnte." Ein christliches Motiv schwebte dem Pfarrer vor. "Ich selbst kannte es aus meiner Zeit, die ich in Spanien lebte und arbeitete, dass auf der Plaza, dem zentralen Platz einer Stadt, zur Weihnachtszeit immer eine Krippe aufgebaut wird." In Deutschland findet man Krippen in der Öffentlichkeit seltener vor. Rainer Sörgel, der seit viereinhalb Jahren als Pfarrer in Mühltroff tätig ist, will mit der Weihnachtsaktion auch auf eine lebendige Kirchgemeinde hinwirken und Anknüpfungspunkte für Fernstehende schaffen. "Auch wenn christliche Bräuche abnehmen, wie auch der Gedanke an Gott und der Glaube überhaupt, so bewegt doch Weihnachten immer noch viele Menschen, die sonst kaum in die Kirche kommen." Dabei habe er durchaus auch viele schöne Erlebnisse. "Ich halte christliche Beerdigungen und Trauerfeiern für wichtig. Und dieses Jahr gab es auch viele Taufen. Ich denke, dass bei vielen Menschen das Gefühl da ist, es ist gut, wenn ein Kind getauft ist."

Es gibt auch in der Kirchgemeinde Mühltroff viele Menschen, die sich praktisch und geistlich mit einbringen. Und genau das können auch alle bei der Weihnachtskrippe tun. "Jeder, der auch nur im entferntesten mit dem christlichen Glauben zu tun hat, kann das Angebot annehmen und seinen Glauben und seine Überzeugung sichtbar machen", so der Geistliche.

Jeden Tag ist der Vorraum der Schlosskirche, in welchem die Krippenszene steht, von 15 bis 20 Uhr geöffnet. Dazu gibt es einen Schließdienst der Kirchgemeinde. Bis zum 2. Februar, dem Tag der Lichtmess, wenn die Weihnachtszeit im kirchlichen Kalender endet, soll die Krippe stehen bleiben.

Beliebt in Mühltroff ist am Heiligabend um 23 Uhr das Verkündigungsspiel, ein Krippenspiel für Jugendliche und Erwachsene, zur Christnachtfeier. Auch hier bringen sich viele Mühltroffer aktiv mit ein. Bereits um 17 Uhr findet die Christvesper mit dem Krippenspiel der Kinder in der Schlosskirche statt. In Langenbach ist die Christvesper am Heiligabend in diesem Jahr bereits um 15.30 Uhr.

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