Mülltrennung: Den Schulen stinkt's

Noch nicht an allen Plauener Bildungseinrichtungen wird Abfall ordentlich entsorgt. Neue Dreifachbehältnisse könnten diese Situation ändern - zu einem hohen Preis.

Plauen.

An sieben Plauener Schulen gibt es derzeit noch keine Mülltrennung. Das stinkt den Schulleitern, sie wollen den Zustand ändern. Bei den Bildungseinrichtungen handelt es sich um die Grundschulen Dittes, Rückert und Am Wartberg sowie die Oberschulen Rückert und Hufeland, ebenso die zwei Gymnasien. Um die Standard-Entsorgung von Abfall zu gewährleisten, prüft die Stadt als Schulträger, sogenannte Dreifachbehältnisse anzuschaffen, die je drei mal 60 Liter fassen. Somit könnte zum Beispiel in Papier, Plaste und Restmüll unterteilt werden.

Da die Behälter allerdings insgesamt rund 20.000 Euro kosten würden, taten sich die Mitglieder des Bildungs- und Sozialausschusses in dessen jüngster Sitzung schwer mit einer Empfehlung für den Stadtrat. Die Themen Umwelterziehung und Mülltrennung stießen zwar bei jedem auf positive Resonanz, doch über die hohe Summe stolperten alle. Und bei dieser bleibt es nicht: Allein 8000 Euro würden laut Lutz Armbruster von der städtischen Gebäude- und Anlagenverwaltung (GAV) jährlich nochmals für Mülltüten und -entsorgung anfallen. Die Behälter müssten schließlich täglich geleert werden. An rund 190 Schultagen. Bei den Grundschulen kämen die Ferien hinzu, in denen Hortbetreuung stattfindet, so Armbruster.

"Das ist eine Hausnummer", so Xenia Börner (CDU), und Fraktionskollege Thomas Salzmann fragte: "Warum werden denn da nicht einfach gelbe Säcke auf den Flur gestellt?" Andere Stadträte stimmten zu. Möglicherweise könne es dann ein Geruchsproblem geben, vermutete Bürgermeister Steffen Zenner (CDU). GAV-Mitarbeiter Armbruster konnte das entkräften: "Eigentlich nicht, wenn nicht jemand einen alten Käse reinschmeißt."

Es herrschte Übereinstimmung darüber, dass Eltern ihre Sprösslinge vermehrt dazu anhalten müssten, Abfall nicht gedankenlos wegzuwerfen. Neben den Familien seien auch Lehrer gefragt, so der Tenor im Ausschuss. Wenn ein Lehrer mitbekomme, dass "ein Apfelgriebs außerhalb der Wurfweite des Abfalleimers" lande, müsse er eingreifen.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder auch darüber, dass im Fall der neuen Dittes-Grundschule an der Seminarstraße von Beginn an der Müll getrennt werden soll.

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