Museumspädagoge will künftig Vollzeit arbeiten

Uwe Fischer hat 100 Überstunden - seit September. Der Halbtagsjob reicht offenbar nicht. Die Verwaltung sieht das genauso.

Plauen.

Wie soll der Mann schaffen, was er auf seinem museumspädagogischen Zettel stehen hat? Das fragte sich auch Bürgermeister Steffen Zenner (CDU) im jüngsten Kulturausschuss. Gerade einmal seit September ist der Plauener Uwe Fischer im Vogtlandmuseum angestellt. In diesem Zeitraum fanden um die 70 Veranstaltungen mit über 1100 jungen Besuchern statt. Fischers Überstundenkonto ist dabei rasant auf 100 Stunden angewachsen. Zenner: "Sie haben es als Stadträte in der Hand, ob Herr Fischer künftig Vollzeit arbeiten soll." Wenn sich die Bürgervertreter das nächste Mal treffen, Anfang März, soll die Problematik auf die Tagesordnung.

Der Pädagoge steckt indes voller Ideen. Anbieten will er fremdsprachige sowie in jeder Hinsicht barrierefreie Führungen oder solche in vogtländischer Mundart. Ob es früher in Plauen Kinderarbeit gab? Der 55-Jährige liest diesen Fakt aus alten Dokumenten heraus. Die Info ist ein Baustein für Fischers Vorhaben, ab April eine Führung zur Industrialisierung in Plauen für Kinder anzubieten. Die Veranstaltung sei als Kooperation mit der Schaustickerei in Reusa und der Straßenbahn geplant. So könne ein fliegender Wechsel zwischen den Einrichtungen geschehen. Fischer will auch einen Museums-Jugendclub gründen beziehungsweise auferstehen lassen. Die Historiker in spe könnten Ahnenforschung betreiben oder einen Dialog zwischen Napoleon und Kaufmann Kanz als Filmclip realisieren. Letzterer lebte einst in der Nobelstraße 13, einem der heutigen Museumshäuser. Über das, was an Material in den Depots lagert, darüber gerät Fischer ins Schwärmen. Scherben zum Beispiel, die sind für ihn eben nicht nur alte Scherben, sondern Objekte, die man prima mit Zahnbürsten reinigen und mit Fantasie als Vase zusammenkleben kann. "Für mich ist das hier ein ganzer Kosmos", so Fischer.


Führungen auf Spanisch will er demnächst in Zusammenarbeit mit dem Lessing-Gymnasium anbieten. Und er will in die Schulen des Vogtlandkreises gehen, in die, welche einen weiten Anfahrtsweg haben.

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