Museumsverband ehrt rührige Pausaerin

Ute Arnold hat das städtische Museum in Zeulenroda zu dem gemacht, was es heute ist. Nun ist sie im Ruhestand. Doch Arnold will ihre Heimatstadt Pausa weiter unterstützen.

Pausa/Zeulenroda.

Sie hat das städtische Museum in Zeulenroda aufgebaut und mit ihrer Arbeit geprägt. Als Ute Arnold jetzt nach 20 Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde, gab es gleich zwei Würdigungen vom Museumsverband Thüringen - für sie persönlich und für das museale Haus. "Ich war ganz überrascht. Ich wusste nichts davon", so die Pausaerin, die für ihre Ideen, ihr Anpacken und ihren frischen Humor bekannt ist.

Vor 20 Jahren übernahm Ute Arnold probeweise die Leitung des Museums in der Nachbarstadt von Pausa. "Das Museumsgebäude bot damals ein Bild des Jammers", erinnerte Eva-Maria von Máriássy, Direktorin des Greizer Sommerpalais, in ihrer Laudatio. Es wurde mit Kohle geheizt, die Ausstellungsräume waren feucht, im Dachgebälk hatte sich der Hausschwamm ausgebreitet. "Wie ein Lichtschein in finsterer Nacht erschien Ute Arnold und übernahm das Steuer. Mit Tatkraft und viel, sehr viel Idealismus krempelte sie das Museum fortan komplett um." Es begannen im Jahr 1998 Sanierungsarbeiten, 2002 wurde der Museumsförderverein gegründet.

Die Besucherzahlen steigen an von 1995 mit 2881 an der Zahl - das war der Tiefpunkt - auf bis zu 10.000 pro Jahr. Sonderausstellungen über die Titanic, Hermann Hesse oder gegenwärtig über die DDR-Warenvielfalt sorgten dafür. Das Museum erzählt im Obergeschoss von der Stadtgeschichte, zeigt typische Gewerke. Sehenswert sind auch die Zeulenrodaer Möbel.

Die Idee, Nachtwächtertouren und stadtgeschichtliche Rundgänge anzubieten, stammte ebenso von Ute Arnold. In den Jahren darauf wurde das Museum durch das Nachbarhaus aufwändig erweitert und saniert. Die Umgestaltung und der heutige Charakter des Museums tragen maßgeblich die Handschrift der Leiterin. So brachte sie nicht nur das Museum wieder zum Laufen, sondern beschritt mit ihrem Team neue Wege: Konzerte im lauschigen Innenhof, Lesungen und Vorträge, das Museumscafé und museumspädagogische Arbeit kamen hinzu.

Kein Wunder also, dass das museale Haus jetzt das Museumssiegel erhielt, welches bisher etwa 20 Museen in Thüringen tragen. Zudem ehrt der Museumsverband jedes Jahr Personen, die sich um das Thüringer Museumswesen besonders verdient gemacht haben, mit der Bernhard-von-Lindenau-Medaille. Neben der silbernen Medaille bekam Ute Arnold die dazu passende Kette mit Anhänger überreicht.

Ganz in den Ruhestand wird Ute Arnold allerdings nicht gehen, denn dem Heimatverein Pausa bleibt sie erhalten. Bei vielen vom Verein initiierten Ausstellungen ist sie an der Konzeption und Umsetzung aktiv dabei. Als Nächstes wird es die Weihnachtsausstellung im Heimateck sein, die sie mitgestaltet.

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