Nach Attacke auf Sanitäter: Intensive Tätersuche

Opfer wird noch immer stationär behandelt - War das Motiv persönlich?

Plauen.

Von dem unbekannten Mann, der am Samstagmittag einen 39-jährigen Rettungssanitäter in der Notaufnahme des Helios Vogtland-Klinikums in Plauen krankenhausreif geschlagen hat, fehlt weiterhin jede Spur. Die Kriminalpolizei bittet deshalb dringend um Hinweise aus der Bevölkerung zur Überführung des Täters. Gefahndet wird nach einem schlanken 30- bis 40-Jährigen mit leichtem Bauchansatz. Er soll 1,80 bis 1,90 Meter groß sein, dunkelbraunes kurzes Haar haben und vermutlich deutscher Herkunft sein. Er war mit einem roten Poloshirt und einer dunklen Dreiviertelhose bekleidet.

"Wir prüfen momentan intensiv, ob es eine persönliche Verbindung zwischen dem Angreifer und dem Opfer gegeben hat", so Polizeisprecher Christian Schünemann auf "Freie Presse"-Nachfrage. Bestehe eine solche Vorgeschichte, könne ein gezielter Angriff nicht ausgeschlossen werden, sagte Schünemann.


Der Sanitäter war so stark verletzt worden, dass er sich am gestrigen Montag noch immer in stationärer Behandlung befand. Den Vorfall bedauerte Jens Leistner, Geschäftsführer des Rettungszweckverbandes Südwestsachsen. Da dem Zweckverband aktuell keine Ermittlungsergebnisse vorlägen, wolle er sich jedoch nicht umfassender zum Geschehen äußern.

Helios-Sprecherin Dorit Wehmeyer gab, nach Konsequenzen ihres Hauses befragt, zu bedenken: "Kliniken sind weitgehend öffentliche Räume, sodass sich Vorfälle wie dieser auch zukünftig nicht komplett verhindern lassen werden."

Jüngst gab es im Bundesgebiet mehrere Übergriffe auf Rettungspersonal. So waren im Vormonat in Köln und in Karlsruhe Sanitäter vermeintlich grundlos attackiert und teils schwer verletzt worden. Auch Feuerwehrmänner sind immer wieder Opfer von Gewalt. Laut Nils Sander von der Fachzeitschrift "Feuerwehrmagazin" würden Helfer angepöbelt oder tätlich angegriffen. Einsatzkräfte forderten deshalb verstärkt Deeskalations- oder Selbstverteidigungstrainings sowie Schutzwesten und gar Waffen, so Sander. Bereits während der Ausbildung, so wünschten sich viele Retter, solle man auf derart gefährliche Situationen vorbereitet werden.

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